Mittwoch, 7. Dezember 2016

Samichlaus. ojeminee...

Samichlaus, ojeminee,
etz hani gad mit Schreckä gseh,
dass i din Tag verpasst ha,
do getz kä Sorry - basta!
Hett mi söle ade Nase neh,
und of em Natel s Datum gseh,
denn wär mer da etz nöd passiert,
und weder du no i verwirrt!
Sicher häsch gwartet wie verrockt,
bis mis Spröchi dini Bude rockt.
Anderi hend au gueti Spröchli gwösst,
und hend di sogär of d Bagge küsst.
Zom Glück bisch fäng öberall - e Woche lang,
mit Last-Christmas-Lutsprecher-Gsang,
begleitet ide Läde und of de Gass,
häsch echt du so no de Gspass?
Me cha go wommer will,
der, Chlaus werts glob nöd gad zvill,
Geduldig hocksch im Lade dei,
und Gofe hocked der of d Bei.
Is Turne chunnsch und au id Schuel,
öberall häts för di en Stuehl.
Nor, Chlaus, säg mer wa söli mache,
wenn d Gofe fröget derig Sache
wie "wieso gseht er hüt denn anderscht us
als gescht woner hä isch cho is Hus?
Hüt hät er au en andere Huet,
und gseh tuet er hüt au nöd guet?
E Brille hät er sletscht mol ka,
wa hät er denn för Stiefel a?"
Im Turne, ide Schuel und of de Strosse,
d Gofe merked alli Nuance
I säg de Gofe: "Isch doch klar,
er hät vo allem halt e paar,
Brille, Chappe, Mantel, Schueh!"
Denn gebets ämel wieder Rueh.

Mittwoch, 6. Juli 2016

Wenn einer eine Reise tut...

 
Sommerzeit ist Ferienzeit. Das heisst, Familie verreist, Mama studiert seit zwei Wochen um mitzunehmendes Material herum, rennt durch die Migros um Windelvorräte zu ergattern, kauft einen Kanister Sonnencreme, gräbt sich durch die Reiseapotheke, schaut Wettervorhersagen an, probiert Kinderbadehosen an Kindern aus und fühlt sich manchmal, als wären die ihren ebenfalls Kinderbadehosen nach all den Schwangerschaften... Sie zalandölet noch schnell neue Bikinis und Flipflops, h&mlet noch neue Shirts und für Coiffeur und sonstige Aktionen reicht die Zeit nun leider nicht mehr aus. Jä nu! Man hat im ewigen Pool- und Meerwasser ja eh eine Frisur wie frisch aus dem Bett und es ist mir ja so was von Schnurz... Isch jo Feri und kennt mi jo niemert! Denkt man - und man hofft es irgendwie auch...
Auf jeden Fall kümmert sich Mutti um eine Tasche voll Esswaren mit all den Spezialdingern für Babybub und Kinderleins und dazwischen steht auch mal das Salz oder es steht eben nicht in der Tasche und danach am Ferienort denkt man wehmütig daran, wie es im Küchenkasten weint und ans Türchen pöpperlet mit seinem Salzfingerchen, weil es nicht mitdurfte, das Aromat zum Beispiel auch, oder die Geschirrspültabs...
Nicht nur diese gehen jeweils vergessen. Nein! Mama denkt an all die kleinen Dinge der Kids, wie Plüschtier-zum-Schlafen, Lieblingsröckli und Shirt für krasse Jungs. Haargümmeli, Haarspängeli, Haarbürste und Zahnbürsten und entsprechende Zahnpasta für jedes Kindesalter. Ja, auch die Schuhe sind alle feinsäuberlich eingeschichtet im Schuhsack und man denkt sich, jawoll, nun hab ich alle sieben Taschen gepackt, haut sich aufs Sofa und ist stolz, bis man ins Bett möchte und erkennt, man hat für sich selber noch gar nichts gepackt. Och nee! Mach ich dann morgen... Und so packe ich jedes Mal meine sieben Sachen kurz vor der Abfahrt noch ein. Geht ja ratzfatz. Ich weiss ja fängs was mit muss!
...und kaum im Auto sitzend und fahrend fällt es mir wie Schuppen von den Augen... Deo? Shit! Zanbürste? Shit!! Schuhe für Schlechtwetter? Au nei! Handcreme? Ups!
Halsketten, Ohrringe, Schminke, was Chices zum Anziehen? ...die säbe Zyte sind scho lang verbi...

Montag, 30. Mai 2016

Urban gardening

Wir sind ja sowas von hipp! Wir sind nämlich urban gardeners. Vor ein paar Jahren meinte ich noch, ich pflanze auf der Terrasse Tomätchen an und habe Blümchen in Töpfen, aber nun heisst das urban gardening. Das funktioniert. Ehrlich. Ganz gut so. Braucht viel Wasser, aber hat den Vorteil, dass man nicht von einer Invasion blutter Schnecken überrannt wird und die Ernte darum ziemlich gut daher kommt! Die Blätter grünen ganz gut, ausser, der grosse Sohn will noch was für die Fauna tun und schleusst irgendwelche Blattläuse oder Raupen ein. Ja, wir sind erfolgreich! Der kleinste der junior urban garden generation hilft den Pflanzen sogar beim Wachsen, indem er an ihnen zieht - sprich, er frisiert alle Pflanzen zu Bonsais und pflückt die Erdbeeren schon grün ab - zum Glück sind die Aprikosen am Baum hoch oben und die Äste noch so zart, dass man nicht hochklettern kann. Sonst wäre er bestimmt schon auf dem Baum am sitzen und würde runtergrinsen...
Das Wildbienenhotel wird täglich auf den Kopf gestellt, so dass wohl in zehn Jahren noch in der Wildbienen-Szene erzählt wird, dass man diese eine Terrasse in Visp meiden sollte, falls man nicht schwindelfrei sei. Auch gut, so wird wenigstens niemand gestochen von den little gardeners...
Urban gardening funktioniert also - wenn man die young generation im Laufgitter anbindet oder ihren Drang nach Kreativität unterdrückt - oder - das Wässerlen halt jeden einzelnen Tag im Jahr erlaubt, nur, damit die Pflanzen rundherum einfach Ruhe haben und somit friedlich wachsen können!Wässerlen ist ja toll, aber manchmal ziemlich frisch und windig, mit kaltnassem T-Shirt am Bauch, brrr...
Und beim nächsten Hustenanfall um drei Uhr nachts überleg ich mir dann: Hustenanfall oder Peperoniblätter? Schnudernase oder unreifes Erdbeerli? Wir gärtnern weiter und schauen, was das Ernte-Dank-Fest im Herbst zu bieten hat. Vier hustende Kids oder fünf munzigkleine Erdbeerli und drei Aprikosen, eine Peperoni und zehn Tomätli, die wahrscheinlich schon gegessen sind, bevor the master gardener sie gesehen hat. Wer die Wahl hat, hat die Qual...

Mittwoch, 30. März 2016

Landei and the City oder Landei in the City

 
Lange dachte ich, ja, ich wohne zwar auf dem Land, aber ein Landei bin ich deswegen noch lange nicht! Ich getrau micht in Städte, bin weltoffen und Leute mit verrissenen Jeans und Dreadlocks machen mir keine Angst. Dachte ich lange! Landeier - nö, das sind andere...
So stieg ich heute in Zürich aus dem Zug, zusammen mit meiner vierjährigen Tochter um ihre grössere Schwester von den Ferien abzuholen. Durchmesserlinie! Das hat mir mein Papi erklärt, da kann man nun also im Sackbahnhof gerade aus weiterfahren. Macht Sinn! Natürlich nicht im Sack, den man sieht, das ist alles unterirdisch und erinnert einen ein bisschen an U-Bahnen, London, Wien oder US-Fernsehserien. Wir stiegen also aus, voll bewusst, dass wir also in der Durchmesserlinie gelandet sind und nahmen die Rolltreppe um ans Tageslicht zu gelangen. Aber hoppla! Da kam ja dann nochmals eine Etage, Shopville schoss mir durch den Kopf, aber die Shops sind irgendwie auf die Schnelle nicht in Sicht. Ich fühlte mich ein bisschen wie in einem Bahnhof, in dem ich noch nie vorher war und so standen wir zwei da und schauten links und rechts, fast wie am Fussgängerstreifen und Leute eilten an uns vorbei, fast wie Autos. Hä, dachte ich, müssen wir nun rechts oder links, Sihlquai oder wasweissich oder doch Gleis 5 oder 6? Und wo bitte ist der Treffpunkt, der beim Niki de Saint-Phalle-Engel, für alle, die weltoffen sind und was von Kunst verstehen, der mir vertraute weisch, der in der grossen Halle? Nur, wo um himmels-richtungs-willen ist diese Halle, wenn man unten steht und nichts sieht? Schnell machten wir uns auf die Socken, es sollte ja nicht so aussehen, als wären wir noch nie z Züri gsi! Schliesslich und endlich hat man dort Fussballmatchs besucht, glädälät, Konzerte und Ausstellungen angeschaut. So landeiiig ist doch das nun auch wieder nicht! Zuerst liefen wir rechts, dann doch links und dann husch ans Tageslicht. Der Letten! Ha! Ein Anhaltspunkt! Und so fanden wir dann zum Treffpunkt um das heimwehgeplagte Töchterli zu empfangen.
"I mues go bislääää, Mami", kein Problem für mich! Ich kenn mich aus! Runter und ab zum teuren WC, das so clean ist, dass es uns Schweizern warm wird ums Herz. Die Rolltreppe runter, doch hä, wo ist das WC? Das, wo ein Föfzgerli bei weiterm nicht reicht...? Wir laufen links, dann rechts und finden es dann doch. Das Pissoir! Mist! Und wo ist das für die Frauen? Aha! Irgendwie hab ich das alles spiegelverkehrt in Erinnerung - bestimmt neu gemacht wegen der Durchmesserlinie, denke ich, dass ich nicht so als Landei das nie in Zürich ist, dastehe... Als wir fertig sind mit bislä kommt dann tatsächlich eine junge Frau und fragt uns, wo denn das normale WC ist! Juhui! Die denkt bestimmt, so urban wie wir aussehen, sind wir sicher Städter! Nein, Zürcher nicht! Das wollen wir ja gar nicht sein. Aber so ein bisschen hipp wär doch noch kuul! Ich oute mich als Landei und sie scheint erleichtert zu sein, dass noch mehr Banausen unterwegs sind - ich imfall auch!

Mittwoch, 2. März 2016

Die Welt der Technik


Da steh ich wiedereinmal in einem Elektrogeschäft und möchte meinem Sohn einen neuen CD-Player kaufen. Mutti findet schon fast das Gestell mit den Dingern nicht, weil es ja fängs echt viel verschiedene Geräte gibt! Früher waren das in diesen Geschäftern einfach Platten und Kassettli, von Sandra bis ACDC oder Mölltaler und Carlo Brunner und später CDs. Und heute bildschirmlets und böxlets überall. CDs sind ein Auslaufmodell, DVDs irgendwie auch, oder ich s...eh sie nicht mehr, weil ich nur noch Kaffeemaschinen (wahrscheinlich ein Wink vom Hirn, ich soll besser Kaffeetrinken, das liegt mir nämlich), Bügeleisen (scheibe, zweiter Wink - in Erinnerung werden zerknitterte Hemden gerufen) oder auch überdimensionale Flachbildschirme mit verschneiten Bergmassiven oder wellenreitenden Beaus, braungebrannt, entspannt, jung, relaxed...
Also hol ich mir mal Hilfe von einem Verkäufer... Grüezi - äh Tagwohl! Ich möchte meinem Sohn einen CD-Player kaufen. Äh gibts das überhaupt noch in der ursprünglichen Form? Schnell führt er mich zu den mir bekannten Modellen. Ich schnaufe auf! Juhui, das gibts noch! "Ja meinen sie, das bringts überhaupt noch, sowas zu kaufen?" - das war der Link für ihn, vermutlich geübt wenn "altmodischen Mamis kommen". In einer Laudatio erklärt er mir, schlendernd durch die verschienenen Gestelle, was es alles so gibt, was Zukunft ist und was "man heutzutage so hat". Ich höre mich mehrmals sagen "krass", "wow", "krass", "krass"! Wahrscheinlich denkt er, ich sei irgendwo verschollen gewesen im Dschungel oder Özis aufgetaute Schwester, sei vielleicht sonst auf der Alp daheim aus Uberzeugung oder sonst von Hintertupfingen und das erste Mal in einem Shoppingcenter. Nachdem ich mich selber ertappe, wie baff und erstaunt ich wohl dreinschauen muss, nehm ich mich zusammen und sage ihm, ich wolle doch eigentlich nur ein Gerät, um unsere zerkratzen CDs von Globi und Chasperli zu hören - also nicht ich, aber meine Kids!
Er führt mich zurück zu den mir bekannten Geräten und empfielt mir dann eines. Stolz lässt er das Kassettendeck öffnen und ich sage voll kuul: "Aha! Kassette! Getts da immer no? Da hemmer äbä nüme, gell Emmanuel!" Botzblitz, bin ich modern! Ich hab ihm natürlich nicht gesagt, dass wir keine Kassetten mehr haben, weil meine vier Kinder sie mir durch die ganze Wohnung gespannt haben und es mir dann zu blöd wurde, diese Kassetten mit einem Farbstift wieder aufzuröllelen - das hätte der junge Mann eh nicht kapiert... In der heutigen Technik ist Mechanik nicht mehr so gefragt, weisch!

Mittwoch, 6. Januar 2016

Dreikönigskinder

Liebe heutige Kinder
Ich bin ein Kind der späten 70er-Jahre und möchte euch gerne mal erzählen, wie wir den Dreikönigskuchen assen. Man las ein Stück aus, grübelte das Teil auseinander und war ein weiteres Jahr im Stillen enttäuscht, dass es dieses Jahr wieder nicht gereicht hat. Ja, man war froh, dass es einen Dessert gab, das war nämlich nicht täglich der Fall. Man bestaunte die schöne goldige Kartonkrone, welche ein anderes Familienmitglied stolz trug und fragte dann lieb,... ob man diese evt. haben dürfe, wenn sie dann nach drei Monaten und zehn Risse mit Klebeband geflickt später beinahe im Abfall gelandet wäre. Und so war man kurz vor Ostern dann auch ein bisschen Königin.
Ja, ich versteh euch echt gut. Ihr habt es viel schwerer in der heutigen Zeit. Da ist man 364 Tage lang König der Familie - manchmal sogar Tyrann! Und dann darf man den einen Tag NICHT König sein? Wer soll das verstehen? Wessen Frustrationstoleranz wäre da nicht ebenfalls überfordert? Kurzum gibt es einen Tobsuchtanfall, bei Tyrannen auch gerne mal zerkleinerte Möbelstücke und das Küechli, das doofe, fliegt logischerweise unter den Tisch, das hat man in der heutigen Zeit eh nicht mehr gerne, ist ja gar keine Süssigkeit, sondern Brot. Ja genau! "Das hani äbu nid gäru!"
Wäre es in der heutigen Zeit nicht "realitätsgetreuer", man hätte einen Kuchen à la Russischem Roulette: alle, bis auf eine Person haben einen König (die sie ja eh schon sind) und die, die keinen hat, jene Person kommt mal so richtig unter die Räder - bisschen Mobbingabhärtung, wennd weisch wani meine. Alle ziehen über sie her, alle sind gemein, ausschaffen sowieso und überhaupt. Mit solchen Sachen könnt ihr, Kinder des Jahres 2016 vielleicht besser umgehen, als wenn nur jemand König ist?
...ein Volk voller Könige - wenn das nur gut geht...
Ein Gruss von einem Kind der späten 70er-Jahre - zwei oder dreimal König gewesen am Dreikönigstag, hey! Und lebt immer noch!

Dienstag, 15. September 2015

10 Grundsätze, die ich über Bord geworfen hab...

10 Grundsätze, die ich mal hatte, bevor ich Kinder hatte:
1. Ich belohn meine Kinder nicht mit Süssigkeiten
2. Ich hab keine rosarote Tochter.
3. Ich drohe meinen Kinder nicht ständig mit kein TV, keine Süssigkeiten, kein Abmachen...
4. Ich bestech meine Kinder nicht mit Süssigkeiten.
5. Bei uns kommen keine Pokemon ins Haus.
6. Wir haben NUR Holzspielzeug und keinen Plastikgugus.
7. Wir kaufen nicht an jedem Märtli Plastikgugus.
8. Wir haben keinen TV...
9. Wir machen nicht jeden Trend mit.
10. Wir halten an Grundsätzen fest -weil die nämlich verhebät!

Und die Gründe dafür, wieso ich mich nicht mehr an die Grundsätze halte:
1. Für Süsses machen die Kids alles! ...das ist schon fast gefährlich, oder zumindest höchst bedenklich - aber saupraktisch!
2. Irgendwann passt alles zusammen: rosa Jacke, rosa Leggins, pinkes T-Shirt, lila Socken - warum  nun plötzlich türkis und mint kaufen und ewige Kämpfe haben, bis es getragen wird? Und judihui, die rosa Welt ist bald nicht mehr so rosa und dann kommt türkis von alleine!
3. TV, Süssigkeiten, Abmachen sind DIE Drohmittel Nummer eins, zwei und drei!
4. Süssigkeiten sind DIE Bestechung ever...
5. Pokemon? Kam das tatsächlich aus meinem Mund: "...deför chasch nochher e Pokemon-Briefli go poschte!" Fabienne, wie weit bist du nur gekommen?!!
6. Rosarote Tochter will lieber Plastikpfannen in rosa, und keine Holzlöffel und -Ökopfannen...
7. ...aber wie um himmelswillen bring ich meine Kinder sonst rund um diesen Markt, wenn ich selber auch zweidrei Sachen anschauen möchte?
8. ...dochdoch, nur schon wegen der WM und EM denks! Sonst schauen wir nie! - ausser Chicaco fire, Kika, Frauentausch, DVDs, aber eigentlich bräuchten wir keinen TV - echt imfall, wir sind voll nöd die TV-Tschönkis...
9. Wir machen nicht mit, wir sind Trendsetter! Jede Migrosmania, jedes Paninibild, jedes Disneychläberli... Und imfall echt! Wir finden immer wieder jemanden zum Tauschen!
10. Grundsätze? Wir? Hmmm... aber Militärgewand kommt mir also nicht ins Haus! Vorher beginn ich selber mit Pokemonkarten sammeln!