Mittwoch, 6. Dezember 2017

Hipster Samichlaus

Samichlaus, du glatte Kauz
häsch en Bart und au en Schnauz,
e wärschafts Hempli häsch du au
und d Brille macht di meh als schlau.
En Jutesack kört au dezue
und logisch dini Läderschueh.
Wohnsch zwor nöd innere grosse Stadt
Mainstream findsch öberhopt nöd glatt.
Me chönnt määne du segisch verbi
aber du bisch imfall voll debi!
"Hipster" säät me dene Lüüt
wo genau so omelaufet hüt!
Bestande häsch de Style-Tescht
Samichlaus - du bisch de Bescht!

Montag, 13. November 2017

Fashiontipps

Fashiontipps von einer Ente:
-Wenn du Kinder hast, zieh grundsätzlich eher dunkle Kleider an. Weiss kannst du ab Hochzeit und die nächsten 20 Jahre vergessen. Man sieht die Chipshände und Schoggimüüler besonders gut darauf.
-Zieh dir flache Schuhe an. Damit magst du jedem Ausbrecherkönig nach, nimmst jeden Zweikampf im Fussball locker auf und die flachen Schuhe findest du eher wieder, wo du sie abgestellt hast. Absatzschuhe sind heiss begehrt bei Kindern!
-Bevor du aus dem Ha...us gehst, check immer deine Schulterpartien. Da ist gerne mal Schnudernase dran oder sie wurde vorgängig als Serviette benutzt.
-Schau auch deine Jeans auf Oberschenkelhöhe gut an. Diese Partie dient auch gerne als Nastuch oder Spuderputzlumpen.
-Vergiss Halsketten im Stillalter. Da stösst sich das Kind nur unnötig den Kopf an oder reisst sie dir gerne ab oder zerkratzt dir beim Versuch, sie zu ergattern dein Dekoltee.
-Vergiss Schmuck, wenn du Mädchen hast - wenn du nicht gerne suchst zwischen Barbieschuhen und Wundereierrungenschaften, Haargümmeli oder Steckperlenkunstwerken.
-Zieh immer die gleiche Mütze an. Wenn deine Kinder dann endlich alle eine passende Mütze haben, dann magst du für dich keine spezielle Mütze mehr suchen. Nimm die erst Beste, wenn du bis dann noch Nerven hast oder frier an die Ohren.
-Falls deine Kinder Schnudernase haben, vergiss die Regel mit den weissen Kleidern. Dann ist der einzige Zeitpunkt, wo weiss vor schwarz kommt! Auf weiss sieht man Schnudernase nämlich eindeutig schlechter.
-Ändere 20 Jahre nichts an deiner Frisur - die Kinder finden es sonst so lange grässlich, bis du selber daran zweifelst.
-Versteck Schminkzeug, Parfüm und alles was dir lieb ist - ausser, du magst vor deinem einzigen Ausgang in gefühlten 1000 Jahren noch dein Zeug suchen zwischen Puppenkleidli, Legoklötzen und Briobahnschienen. Wenn du aber Glück hast, findest du deinen vermissten Schmuck wieder dort - oder deine Absatzschuhe...

Apper, apper...

"Chunnsch du au mit, Mami?" "Nei, i blibe do." - "...aha, muesch no chli am Natel si, gäll!?"...
...ja richtig, am Natel sein. Da hab ich nämlich ein App installiert, das bei Benutzung alle Betten in allen Zimmern bettet, Duvets auslüftet und Kissen zurechtrückt, Plüschtiere vom Boden aufhebt und die Fenster öffnet und schliesst. Sehr praktisch - heisst Bett-appert.
Und ein anderes App sortiert die Wäsche, da muss ich nur per klick die Farben freigeben, auf ok drücken und die... Wäsche rennt selber in die Maschine rein. Huere gäbig, sag ich euch! Heiss übrigens "wasch-dunidsaisch"
Das nächste App lässt die Maschine laufen. Ich muss nur zwischen 30, 40 oder 60 Grad aussuchen, bei 95 reklamiert mein Smartphone aus ökologischen Gründen und hilft mir, bei der Entscheidungsfindung und mit Waschmitteltipps. Dieses füllt es selber ein, die Maschine schliesst sich per app und beginnt zu waschen. Das App heisst "Waschmaschinen-App-arat"!
Danach löschoppe ich, sitze auf der Couch dazu, schreibe sms und spiele onlinegames und schreibe komischi Gschichtli. Kurz vor dem Mittag betätige ich das App zum Kochen. Heisst "guten App-etit". Dieses kocht mir alles und wenn die Familie heim kommt, steh ich das erste Mal vom Sofa auf und setz mich an den Küchentisch zum Essen.
Danach sagt mir mein App, was es alles gebraucht hat zum kochen und was wir zwei bei le shop wieder bestellen müssen. Dieses App heisst "App go poschte!"
Und am Nachmittag hab ich Zeit zum das Wetter checken im App, damit ich online mitreden kann, wie super der Herbst doch ist. So muss ich nicht mal nach draussen schauen. Kommen die Kinder von der Schule heim, betätige ich das App "G-App-Verteckel, läs mol dini Jacke uf und versorg din Töni" und zack, wird das erledigt. Mit "App ad Ufzgi" hilft das Smartphone beim Franzwörtli abfragen, unterschreibt Prüfungen, hört beim Flötenspiel zu und korrigiert dieses Getröte. Und das beste aller Apps heisst "Append" - hilft beim Aufräumen, Pischele, Zähneputzen und ins Bett tun, während ich schon wieder gemütlich mit meinem Smartphone spiele auf dem Sofa. No nöd installiert? ...apper, apper!

Eine Ode an die ehrenamtlichen Trainer

 
Wie ich als ehemalige Fussballtrainerin die Eltern so erlebt hab, möchte ich euch kurz schildern. Vielleicht erkennt ihr euch ja irgend in einer Sparte selber wieder...
Kategorie A: Die Nie-Dabei-Sein-er:
Diese Eltern kommen nie an ein Spiel, man weiss nur vom Hörensagen, dass es sie gibt und dass das Kind nicht als Pippi Langstrumpf alleine irgendwo in einer Villa Kunterbunt lebt. Sie finden den Sport entweder unpassend oder Vereinsleben im Allgemeinen. Vielleicht fänden sie Cello spielen toller für ihr Kind oder finden, Harve und Fussball verträgt sich schlecht...?
Kategorie B: Die Gelegentlichen Da-Sein-er:
Sie kommen, wenn sie Zeit haben, waschen auch gerne mal das Trikot oder fahren an ein Auswärtsspiel. Vielleicht haben sie einfach noch andere Kinder, denen sie auch gerecht werden müssen. Was ich als Trainerin natürlich verstanden hab, aber immer fand, man könnte unseren Verein doch vorziehen, weil der FC Bühler einfach de Geilscht Verein ever ist! Nun als selber Mama, sehe ich es etwas objektiver und weiss, dass es nicht einfach ist, immer überall sein zu können, solange wir in der Klon-Forschung noch nicht weiter sind...
Kategorie C: Die Immer-Kommer:
Sie kommen an jedes Spiel, sind Notnagel für jedes ausgefallene Auto und würden noch an jedem Heimmatch den Kuchenstand betreuen oder auch die WC-Tour übernehmen. Mustereltern in den Augen einer Trainerin!
Kategorie D: Die eher Ruhigen am Spielfeldrand:
Sie sind dabei, tragen Wasserflaschen, binden Schuhe und verhalten sich angenehm am Spielfeldrand und überlassen der Trainerin das Wort. Sie geben dem Kind Rückmeldung oder auch nicht und danken den Trainern am Schluss sogar noch für den Einsatz. Sie gehen gerne einher mit der Kategorie C.
Kategorie E: Die überambitionierten Möchtegern-Petkovics:
Sie rufen ununterbrochen ins Spiel, feuern ihr Kind etwas zu laut an und wissen gerne und gut, wo man wen auf welcher Position spielen lassen sollte und wollen wissen, wieso man es nicht tut und warum welche Auswechslung wieso stattfand. Sie vergessen, dass es um Spass geht und Leute das ehrenamtlich machen. Sie könnten den Grund dafür sein, dass es dem einen oder andern ablöscht oder warum Schiris fast Personenschutz brauchen.
Und so gehen wir mittlerweile nicht mehr als Trainer, sondern als Eltern an die Matchs, unterstützen unser Kind und haben immer im Hinterkopf, dass es hier nicht um das Kompensieren irgendeiner eigenen verpassten Karriere geht, sondern darum, dass unsere Kinder de Gspass haben und ihre Freizeit sinnvoll verbringen.
Und darum ist das hier eine Ode an alle ehrenamtlichen Trainer der Schweiz, die jede Woche ihre freie Zeit opfern und dabei keinen Rappen kassieren. Danke für eure Arbeit! Und liebe Miteltern denkt daran, sie machen es freiwillig und pfeifen auf Besserwisser und Klugscheisser, hingegen brauchen sie uns als Unterstützung bei Taxifahrten, Kuchen backen, Trikot waschen und vor allem als Eltern, die es schätzen, dass sich jemand Zeit nimmt für unsere Kinder! Merci - ich habe fertig!

Mittwoch, 23. August 2017

...nicht immer nur "jööö!"


„Du bisch Chindergärtneri!? Jö, da isch sicher mega härzig! Rüebli schelä und chli spiele mit de Chind… „ Jaja, chli spiele und alles ist härzig klein und jööö, denke ich mir und bin mich ja gewöhnt, dass das die Antwort meines Gegenübers ist. Geht doch allen gleich, mit den Klischees:

Zahnarzt – chli is Muul ieluege und en huere Zapfe abkassiere

Coiffeuse – chli Hoor schniide und guet usgseh

Sportlehrer – chli Brennball spiele mit de Kids

Arztgehilfin – chli fründlich lächle und s‘Telefon abneh! (selber so erlebt)

Hausfrau – de ganz Tag ofem Sofa hocke und Klatschheftli läse! (sowieso selber so erlebt)

Psychologe – ide Praxis hocke und chi zuelösle

Richter – sich de ganz Tag mit Striitgüggel omeschloh… aso fascht wie Huusfraue, äfach ohni Klatschheftli?

Lokführer – de ganz Tag dör d Schwiz fahre und d Landschaft gnüsse

Krankenschwester – entweder gsehsch sexy us oder bisch echli en Drache

Journalist – chli Prichtli schribe und fotografiere

Kaufmännischer Angestellter – chli kopiere und Kafi useloh

Skilehrer – chli schöne Russine lerne Skifahre und de Rescht vode Zyt chli Jagertee gödlä

So ist es doch. Nicht? Aber wir Kindergärtnerinnen haben ganz klar das schönste Jöbli der Welt:  Chli spiele, chli singe und dazwischen mal aus einem Öpfeli ein Chäferli schnitzen. Was will man mehr!? Es läuft alles von allein, niemand hat Heimweh, alle wissen wann der Bisi kommt und niemand sucht seine Mütze oder sein Täschchen. Eine Freude und Harmonie, keinen Streit, keine Ginggs und schon gar kein „denn bisch halt nüme mini Fründin!“ Denkt ihr? Denken alle…

Da kommen über zwanzig kleine Menschlein zu uns, die eigentlich Mama und Papa als die allerliebsten Menschen überhaupt haben. Danach Oma und Opa – oder auch Oma und Opa davor. Egal. Sie wollen manchmal keine neue „Tanten“. Schon gar keine, die ihnen sagen, wie sie sich benehmen sollen. Und sie wollen auch kein Kind sein in einer Gruppe mit über zwanzig andern Kindern -  manchmal. Manche finden es von Anfang an super, andere nach einem halben Jahr noch nicht so richtig. Und so überzeugen wir kleine Menschleins, die weinen und nichts lieber als Mama haben wollen davon, dass sie halt hier sein müssen. Mit uns. Und so ist es manchmal ganz schön tricky für uns „Tanten“. Und gar nicht so „jöö!“

Und dann sitzen wir auf den Stüehli und alle sitzen still! Am Schluss vom Schuljahr. Manchmal. Und irgendwann essen wir unsern Znüni. „Sodeli, etz ässed mer Znüni. Fritz und Fränzi, holed ehr bitte gad de Täschlichorb. So rennen Fritz und Fränzi los, halb verhungert und ignorieren das „wiär löifa im Chindärgartu“ und verteilen danach die Einhorn- und Feuerwehrtäschchen und wissen genau, wem welches gehört! Nach einem gemeinsamen Lied beginnen die Kinder, ihre Köstlichkeiten auszupacken. Zu schade, dass Tante Yvette und Tante Fabienne gesagt haben, man dürfe nix Süsses bringen! Hätte einem doch so eine feine Extraportion Milch mehr gezogen, als das Rüebli oder die Apfelschnitze. Dann und wann bringt der Nachbar links „Petit beurre-Biscuits“ mit. Niammi! Und Tante Yvette und Tante Fabienne sagen: „Das ist eine Süssigkeit!“ Warum die trocknen „Petit beurre“ unter Süssigkeiten gehen, verstehen Fritz und Fränzi nicht – die sind auf der Süssigkeiten-Weltrangliste nämlich weit hinter Platz 50! Also schon fast bei Frucht und Gemüse! Und der Nachbar zur Rechten bringt manchmal so feine Joghurtdrinks mit! Süss hin oder her – die sind megafein, findet Fränzi! Nur zu schade, stolpert Fritz beim Gang zum Abfalleimer über das Getränkli und die ganze Milch verteilt sich auf dem Kindergartenboden. Die Tanten kriechen nun auf ihren Knien durch den Kindergarten und putzen das Gschmier auf. Schade um das feine Säftli! Und da ruft auch schon jemand aus der Runde: „Au nei! I mim Täschji hät miär miini Mama eswas grüsigs drigita!“ Tante Fabienne schaut nach. Fein! Ein 1000-Vitaminli-Squees-Getränkli hat sich verselbständigt und ist rausgekommen aus der Verpackung und macht sich nun im schönen Bob-de-Baumaa-Täschli breit. „Wä, das gseht apa grüsig üs!“ So vergeht die Znünizeit im Nu und Tante Yvette und Tante Fabienne wundern sich, wieso die Pause nicht mehr bezahlt wird vom Staat Wallis! Weil von Pause kann hier keine Rede sein – zumindest für die Tanten…

Bald ist es dann Zeit um Tschüss zu sagen, wir suchen Täschli, binden Schuhe, schliessen Reissverschlüsse, rennen Kindern mit Finken nach, damit diese im Kindergarten bleiben. Die Kinder laufen heim und wenn Mama fragt: „Wa hend ehr hüt gmacht im Chindergarte?“ Dann meint das Kind mit „Nix!“ soviel wie wenn die Hausfrau daheim auf dem Sofa hockt und Heftli liest oder die Arztgehilfin „chli fründlich lächlet“. Aber wir Tanten finden „Nix!“ beinhaltet Spielen, streiten, malen, singen, tanzen, turnen, essen, Konflikte lösen, selber aufs WC gehen, selber anziehen und auch mal das Täschli suchen. Nix heisst vielleicht auch: „Es war soo viel, ich mag gar nicht alles erzählen, Mama. Frag mal Yvette und Fabienne, die fanden es heute echt intensiv mit uns!“

Und so finden wir, unser Job ist zwar nicht immer „jööö“, aber doch der schönste der Welt.

Sonntag, 20. August 2017

aaaaber...

Mamas treten ihren Kindern beim grössten Regenwetter den Regenschirm ab und latschen im Schiffwetter heim.
Mamas bestellen ein feines Dessert und bekommen nachher zwei Löffeli davon. Den Schluss. Also geschmolznes Glace.Mit Spuder.
Mamas essen verkätschtes Brot fertig. Und Pizzarand und -boden, wo mal feines Zeugs drauf war. Vorher.
Mamas essen erkaltete auch sonstige Zmittagsresten auf. Im Stehen vor dem Lavabo, weils sie es nicht übers Herz bringen, alles in den Abfall zu... kippen.
Mamas duschen und merken, dass das Shampoo leer ist. Und das Duschmittel sowieso.
Mamas wollen im Auto einen Kaugummi essen, finden aber nur noch das Papierli vor.
Mamas kaufen feine Sachen ein und essen tun es andere.
Mamas wollen Haare kämmen, aber kein Kamm ist mehr an Ort und Stelle.
Aaaaber: wisst ihr auch, dass Mamas nicht immer rufen, wenn sie vor der Schoggi stehen und sie ganzganz leise öffnen, damit niemand was hört?
Und wisst ihr, dass sie manchmal extra Fishermans Friends kaufen, weil die so scharf sind, dass niemand davon stiehlt? Oder Zimtkaugummis?
Und dass sie manchmal früher zum Arzt ins Wartezimmer sitzen, damit sie in Ruhe Klatschheftli lesen können?
Wisst ihr nicht gell... Ich schon!

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"Da sind sicher Schwizer..."

...und da ertappe ich mich erneut in den Ferien im Ausland, wie ich die vorbeigehenden Leute begutachte und meinem Göttergatten sage: "Da sind sicher Schwizer!" Am Strand mit UV-Gwändli bis in die Pubertät, sonnencremeglänzig und mit Funktionssandalen. Im Städtli mit Hightech-Superkrass-Objektiv-Kamera, mit der man locker aus den hinteren Rängen der Tribüne den Fussballer ranzoomen könnte und dann schauen, was für eine Augenfarbe er hat. Zudem schuened hinter Papi mit Krass-K...amera die Mutti hinterher, die ihre Handtasche mit zwei Securityhänden hält, falls dann doch so eine Bandi sie überfallen könnte in der Gelateria. Hinterher kommen drei bis vier Kinder, schön stägelihaft in der Grösse mit Sandalen, maximal Flipflops und Fuessballliibli und Tächlikappe. Mindestens eines davon joomeret auf Schwizertütsch, dass es "imfall nüme latsche mag und entlich ez e Schoggiglasse möcht ässe", das nächste stuuned wie Hans-guck-in-die-Luft die Holländer an und findet die Azzuri halt doch kuuler als die Oranjes und stolperet über die nächsten Bsetzisteine... Und während ich nicht die Holländer sehe, sondern die Szene anschaue, ertappe ich mich beim nächsten Gedanken, ob man uns echt auch ansieht, dass wir Schweizer sind. Leicht peinlich berührt. Aber wieso eigentlich? Heute hocken wir ja auch daheim und hängen Fähnli auf, bräteln Würste, essen sie ohne Senf - versteht sich - und holen die roten Fussballliibli raus. Stolz simmer doch glich und so packe ich auch nächstes Jahr für Minijunior das UV-Badegwändli ein, die Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor - und nicht zu vergessen die Superkamera für perfekte Fotos. Und gebe mich dann als Schweizerin aus, der man bestimmt nicht von weitem ansieht, dass sie eine ist...

Ferientyp A, B, C oder D?

Zu welchem Ferientyp gehörst du:
A: Ich hab endlich mal Zeit für Sport und jogge bei 35 Grad an der prallen Sonne und bin danach so auf dem Nuggi, dass ich finde, Sport reicht für ein ganzes Jahr. Alle, die mich sehen, sind entweder eifersüchtig auf meinen Ehrgeiz und darauf, dass ich meine Pizza schon am Morgen runtersportlere oder haben Mitleid mit mir, weil das Joggen irgendwie nach Weh-Tun ausschaut.
B: Ich jogge nicht, ich lese nicht, ich creme mich nicht ein - und so s...chau ich dann beim Znacht aus wie ein Krebs und alle bemittleiden mich für meinen Sonnenbrand. Dafür kauf ich jedem Strandverkäufer alles ab, aber runtergemarktet auf einen Euro - logo! Sonnencreme gespart, Buchpreis gespart, Joggingschuhe gespart und Schnäppchen gemacht. Und das für all inclusive - ha, soll doch der Beizer nebenan verhungern, andern gehts auch nicht besser.
C: Was sind Ferien? Ich krampf mir einen ab zu Hause und geh auch nicht joggen. Erholung ist für mich ein Fremdwort, das brauchen nur Weicheier. Alarmzeichen werden ignoriert und umhauen tuts mich schon nicht... Sorry, hab keine Zeit, so einen Schwachsinn zu lesen und fahr mer us mit Entschleunigen.
D: In den Ferien geh ich nicht joggen, schliesslich ist ja Fussballpause und staune, wieviele Leute sich bei 35 Grad entlang der Promenade abkämpfen und hoffe für sie, dass sie die Sonnencreme mit Schutzfaktor 70 eingeschmiert haben. Ich hau mich jetzt mit meinem Buch auf den Liegestuhl - oder versuch es, weil ja noch vier Kids mit Schutzfaktor 50 eingeschmiert werden müssen oder eines davon grad Streit sucht mit jemandem und meine Friedensvermittlungen gefragt sind. Also reichts für eine halbe Seite im Buch und ich bin froh, muss ich nicht auch noch joggen gehen - sonst komm ich nicht mal auf eine halbe Seite! Und später beim Fussball denke ich an die Ferien zurück und überlege mir, ob ich doch besser joggen dem lesen vorziehen hätte müssen und komme zur Erkenntnis, dass, wenn ich schon nicht braun werde wie eine italienische Bella, wenigstens auch nicht mit knallroter Birne am Strand entlang seckle und alle Mitleid mit mir haben müssen.

Ferienpackerei

Als Kind hatte ich einen Seesack für meine Ferienklamotten und durfte mein Lieblingsplüschi "Mugi" mit in den VW-Golf packen, wo obenauf die zwei Zelte und fünf Luftmatratzen, inklusive Klappstühle und Campingtisch beladen wurden. Im Seesack war ratzfatz alles drin, mein einziges Badekleid, die Shorts, T-Shirts und der blaue Adidastrainer für kalte Nächte. Gäbig! Und so setzten wir drei Kinder uns am Morgen in den Golf, sprich quetschten, und warteten bis Mami und Papi eeendl...ich auch bereit waren. Kopfschüttelnd fanden wir es witzig, dass wir im Nachbarsdorf wieder umdrehen mussten, weil die Haustüre noch sperangelweit offen stand daheim oder sonst was fehlte. Ha! Das sowas passiert, dachte ich mir zwischen grossem Bruder und grosser Schwester sitzend mit Mugi in der Hand. Sowasaberauch!
Später hatte ich einen Tramper, wo auch alles darin Platz hatte und obenauf war der Schlafsack gebunden. Praktisch und schnell gepackt. Irgendwann kam die Phase "Rollköfferliferien", auch dieses hatte ich tifig gepackt, Jupe, Trägerliibli, Badkleid rein und los, ab auf den Zug. Packen war bis dahin eine Sache von einer Stunde! Bis dahin... Doch dann kamen meine Kinder zur Welt. Nun packe ich neben meinen fünf Kleidungsstücken noch eine megagigagrosse Badetasche mit tausend Tüechli, fünfzig Bademäntelchen, 10 Flügeli, 80 Tauchgegenständen und sechs verschiedenen Sonnencremes für alle Hauttypen der Welt. Zudem warten drei Rollköffer, die zwar alleine von den Kindern "gepackt" werden nach Listen, aber die Mama kontrollieren muss, ob das knallorange T-Shirt dann auch zu den hellblauen Leggins passt und ob nicht doch besser die schwarzen Leggins die Ferien in Bella Italia mit Glace- und Pizzaflecken überstehen. Dann kommt die Reiseapotheke (hä, wa genau meinsch, du Bünzli? hätte mir die 20-jährige Fabienne wohl gesagt) mit Sälbeli für alle aufgeschlagenen Knie, Mittelchen für alle Beschwerden im ganzen Magen-Darm-Trakt und Kügelchen, mit welchen man locker drei Kuchen backen könnte... Nicht zu vergessen die "Küche"! Eine Migrostasche voll "Küche" muss noch mit mit Müesli nach jedem Gusto, Ovi, die wirklich Ovi ist und Salz und Pfeffer und Farmer und Crackers und und und. Hab ich was vergessen? Oh ja! Mindestens die restlichen fünfzig Dinge, die dann am Ende mir persönlich fehlen werden. Weil es bis dahin einfach nicht mehr reicht, auch an mich selber zu denken. Und so kommt Mutti dann und wann zu neuen Schuhen, schönen Sonnenbrillen und besitzt Deos und Haarsprays aus aller Herren Länder! Und das ganz ohni dass si imfall hät wöle! Packen ist heutzutage zwar nicht mehr eine Stundenangelegenheit, dafür rechtfertigt es aber das Ferienshopping alleweil und niemand kann was dagegen sagen!

Wanted...

Lieber Heiliger Antonius, Guru aus Hintertupfingen oder auch du meine noch nicht hervorgekommene Hellsichtigkeit, kann ich euch mal eine Liste mailen mit Dingen, die wir hier bei mir daheim suchen? Gut, sie wird etwas länger sein und wird eventuell mehr kosten, als normalerweise ein Auftrag an dich beinhaltet. Zu unserer Verteidigung muss ich sagen, haben wir wirklichwirklich schon die ganze Wohnung fünf Mal auf den Kopf gestellt. Was hervorkommt in diesen Suchaktionen ist vo...r allem die Erkenntnis, dass wir pro Kind in etwa fünfzehn Gschmois-Kistlis haben, drei Schatztrüehli pro Kopf und in etwa 90 Täschchen mit Reissverschluss, 115 Täschchen mit Druckknopf und dazu 67 Umhängetaschen mit Klettverschluss. Aha! Uuuund je ein Rucksack pro Nase und nicht zu vergessen die hochoffiziellen Turnsäcke und Schultaschen. Lieber Antonius, lieber Mike-Shiva-Verschnitt und liebe Mama-Intuition, Ich brauch euren Rat! Oder eventuell auch der Rat von einem Herrn Guggenbühl oder von Remo Largo: gehört Fingerspinner-, Flickflack-Uhr- und Edelstein-Suche zu meiner vollumfänglichen Verantwortung oder bin ich da mehr die supportive Motivations- und Suchtippsverteiler-Mama? Lustigerweise, oder besser gesagt tragischerweise lässt mich der Gedanke an die kleinen Sächeli meist weniger schnell wieder los als die Kinder selber, die sie eigentlich suchen... Gopf, da getts doch nöd! I mues nomol dehender! Hani de Wöschchorb scho usglärt und d Chrischtbommchugle usem Cheller dörsuecht? ...da getts doch nöd...

Sonntag, 14. Mai 2017

Muttertagsgedanken

Wir stehen nachts auf, beruhigen Kinder, die Monster sehen und lassen uns am Samstag und Sonntag um halb sieben wecken. Wir suchen Lieblingsplüschtiere, waschen Lieblingsschmuddelplüschtiere und durchstöbern Läden, um Ersatzlieblingsplüschtiere zu finden. Wir kochen reichhaltig Zmittag, stecken es nebenbei ein, wenn der Zmittag nicht passt und füttern gleichzeitig Kleinkinder mit Zmittag, während wir unsern Zmittag kalt lassen werden. Wir baden unsere Kids, sind selber im heissen Badezimmer in Schweiss gebadet und putzen danach nebst Badewanne noch den ganzen Badezimmerboden. Wir gehen gefühlte 100x pro Woche in die Migros, kaufen Windeln, Farmer, gefühlte 100 Liter Milch und haben keine Zeit, am Schluss für uns noch die sieben Sächeli zu kaufen, weil der Wagen voll ist un wir genug haben von Geschäft. Wir richten Znünis, Zvieris und schauen gleichzeitig, dass darin noch zweidrei Vitaminli versteckt sind. Wir laufen Slalom in unserer Wohnung durch Spielzeugautölis, Legosteine und Puppenhausmöbel, fahren Schlepplift, sind aber schon eine gefühlte Ewigkeit keine Skipiste im Tempo mehr heruntergefahren. Wir pflanzen Erdbeeren, topfen Blümchen ein, aber ernten tun es andere, meist noch unreif und wir nehmen es zur Kenntnis und denken, jonudennhalt. Wir messen Fieber, wir waschen mitten in der Nacht Betten, wenn jemand das Becken nicht trifft und leben mit kranken Kindern in Zwiebel- und Pulmexduft. Wir schauen, dass die Kinder sauber angezogen sind, waschen wie Weltmeister und ziehen die Kindern von Neuem sauber an. Wir haben kaum Zeit für uns, sogar Toilettenbesuche werden mit Besuchern abgestattet und wir fangen tausend Dinge an und werden immer wieder davon weggelockt. Wir machen so vieles, aber wenig wird wahrgenommen, in der Gesellschaft zu wenig wertgeschätzt und erst in 30 Jahren merken ein paar wenige, wie wertvoll unsere Arbeit doch war. Diese wenigen sind heute bei uns zu Hause und haben uns herzige Muttertagsgeschenke gemacht. Voller Liebe und voller Herzblut. So wie wir es auch tun für sie - das ganze Jahr lang, Tag und Nacht. Ein Hoch auf uns Mamis!

Freitag, 24. Februar 2017

Frauen und Fussball

"Ehrlich? Du spielsch Fuessball?!" - dass das immer noch solche "echt etz? krass? was denn? boah!"-Gesichter auslöst, find ich irgendwie amüsant. Ja! Fussball! Das, was sonst Männer tun und imfall Frauen auch schon ganz lange! Und das trotz vier Kids? Ja, imfall! Das geht! Schuhebinden kann ich gut und jemandem oder öppisem nachsecklen auch!
Und nein, liebe Männer im Ausgang, wir tauschen keine Leibchen nach den Matchs und ja, es sieht irgendwie anders aus als bei Männern, "weniger schnell, weisch!" Aber weisch was? Wen interessiert denn das noch im Jahre 2017 ob Frauenfussball gleich ist wie der von den Männern und ob das nur Kampfemanzen spielen und ob wir Leibchen tauschen und ob es toll wäre, mal als Mann mit einem Frauenteam zu duschen *sabber*? Es interessiert niemanden mehr - also sicher nicht uns Fussballerinnen. Alles Schwachsinn und soöppis vo verbi, die ewige Floskle... Vielleicht im Jahre 1992 war das noch kuul, solche Gespräche als Mann mit Fussballerinnen zu führen, aber nun bisch eifach numeno out mit so altbackenem Zeugs.
Ok, dass man vier Kinder hat und Fussball spielt ist vielleicht speziell - sollte es aber nicht mehr sein. Denn alle Männer mit Kindern spielen auch Fussball Und äbe! Omesecklä können wir Mamas, vorbeirennenden Personen den Weg abschneiden auch und auch Ballflugbahnen berechnen, weil die Küchenutensilien sonst zerscheppern täten. Ebenfalls liegt uns Müttern das Zusammenhalten (Teamgedanke, weisch) und sowieso etwas bis aufs Blut zu verteidigen und wenn nötig die Krallen auszufahren (s Goal verteidige, weisch). Alles Dinge, die beim Fussball hilfreich sind.
Drum liebe Mamas und logo auch Nichtmamas! Holt eure Fussballschuhe vom Dachstock runter, staubt sie ab, schnallt sie an und kommt go tschutte! Zeit, dass wir "Anfangszeitfussballerinnen" auch nach der aktiven Karriere wieder tschüttele können, mit Kinderfanclubs an der Seitenlinie - gründet Seniorinnen, Plauschgrüppchens und kommt in die Bergdorfmeisterschaft im Wallis go tschutte - wir suchen noch ein paar kuule fussballbegeisterte "Kampfemanzen, die am Schluss vom Spiel ihre Leibchen tauschen wollen *augenroll* ... höhöhö! Wenndweischwienimeineundwenndweischwieironischdasibi!

Dienstag, 24. Januar 2017

Skiwoche oder prämenstruell?

Liebe Mamas aus Visp
Dies hier ist eine Ode an euch. Dass ihr es packt, diese Skiwoche zu managen und bei guter Laune zu bleiben, dreimal durchzuatmen, wenn ihr Zeit habt und daran zu denken, dass es allen gleich geht. Stressige Woche für die Mama, aber am Abend von der Sonne, der frischen Höhenluft dann aber doch müde und ausgepowerte Kids.
Dass ihr es aber auch schafft, ohne dass eurer Kindergartenkind meint, ihr seid ausgewandert, weil es vor verschlossener Türe steht, während ihr eure Schulkinder zum Bahnhof mamataxidienstlet.
Dass ihr es schafft, um 10.45 Uhr sowas Feines zu kochen, dass die Kinder es herunterschletzen und nicht bemerken, dass diese Zeit am Wochenende ja eigentlich zur Kategorie Zmorgezeit gehört. In Frage kommen: Fertiglasagne (bitte um 9 Uhr den Ofen nicht vergessen einzuheizen), Nüdeli mit Riibchäs (geht schnell und ist beliebt und falls der Ofen vergessen wurde, einzuheizen), Wienerli mit einem halben Teller Ketchup und Senf (das Ketchup ist der Schnellzuckerlieferant in dieser Woche schlechthin). Vergessen kannst du Gemüse und sonstige Vitaminbomben, die um 10.45 Uhr niemand essen mag.
Dann gratuliere ich dir, wenn du am Bahnhof das Mama-Taxi-Chaos ohne Schreianfall oder Wutausbruch überstehst. Denk daran, im Auto fahren eventuell Nachbarskinder mit (ja genau, nur wenn du ein Siebenplätzer hast, sonst wird es schwierig mit der Sitzlipflicht) und die rätschen dann der Mama daheim, dass die Mutti, mit welcher sie heute gefahren sind, imfall Fluchwörter kann, die darf man nicht mal denken. Denk an die andern Mamas in den anderen Autos - die sind auch genervt und im Stress und die sind eigentlich im normalen Leben ganz nett, nur wissen sie beim besten Willen auch nicht, wohin parkieren und die Kinder rauslassen mit Skischuhen, Skistöcken und Skiern... Die. Sind. Sonst. Wirklich. Nett. Nur diese Woche könnte man eventuell meinen, alle seinen prämenstruell. Aber es ist nur Skiwoche!
Dem Polizisten, der da am Bahnhof steht und selten auf einmal so viele junge Frauen sieht, winkst du am besten freundlich zu und machst dich dann aus dem Staub (du siehst ihn nämlich noch vier- bis siebenmal und dann muss man Leute bei Laune behalten und auf keinen Fall vergraulen!).
Zudem schau, dass du schon eingekauft hast für die ganze Woche, sonst kommst du in Stress - deine Kinder kommen um 10.15 Uhr von der Schule. Wenn du nicht da bist, dann fressen sie sich quer durch den Süssigkeitenkasten und dann kannst du sogar die Lasagne vergessen. Variante wäre LeShop oder fasten. Vergesse aber im ganzen Helm-, Skisocken-, Proviant für unterwegs-Chaos nicht deine restliche Familie. Deinen Göttergatten (mit welchem du diese Woche liebendgerne tauschen würdest und ihn beneidest um seine Arbeit ohne Taxidienst und Kochmarathon). Der kommt nach 12 Uhr - quasi zeitgleich mit dir - heim und hat Kohldampf! Jawohl, Kohldampf. Stell ihm besser nicht die abgekühlten halbvollen Kinderteller hin, das kommt nicht so gut an. Er will Zmittag und kein angetrocknetes Ketchup. Und zwar mit Vitamingemüsefleischundallemdrumunddran. Nur, liebe Visper-Mama - wie bewerkstelligst du das am Besten? Variante eins ist: kauf ihm ein Wochenabo vom McDonalds, schick ihn zum MisterKebab oder programmiere deinen Steamer, deinen Backofen, deine Schwiegermama, Oma oder Nachbarin Hilde oder wasweissich. Nur, lass dir einfach was einfallen! Sei kreativ! Sei mutig! Sei vor allem eine gute Mutter und Hausfrau und vergess dich selber diese Woche am besten komplett - oder mach es wie ich und geniesse die Ruhe vor dem Sturm - jetzt! Um halb neun in Visp!
Liebe Visper-Mamas! Denkt an mich und denkt an uns alle - es geht uns allen gleich!