Montag, 30. Mai 2016

Urban gardening

Wir sind ja sowas von hipp! Wir sind nämlich urban gardeners. Vor ein paar Jahren meinte ich noch, ich pflanze auf der Terrasse Tomätchen an und habe Blümchen in Töpfen, aber nun heisst das urban gardening. Das funktioniert. Ehrlich. Ganz gut so. Braucht viel Wasser, aber hat den Vorteil, dass man nicht von einer Invasion blutter Schnecken überrannt wird und die Ernte darum ziemlich gut daher kommt! Die Blätter grünen ganz gut, ausser, der grosse Sohn will noch was für die Fauna tun und schleusst irgendwelche Blattläuse oder Raupen ein. Ja, wir sind erfolgreich! Der kleinste der junior urban garden generation hilft den Pflanzen sogar beim Wachsen, indem er an ihnen zieht - sprich, er frisiert alle Pflanzen zu Bonsais und pflückt die Erdbeeren schon grün ab - zum Glück sind die Aprikosen am Baum hoch oben und die Äste noch so zart, dass man nicht hochklettern kann. Sonst wäre er bestimmt schon auf dem Baum am sitzen und würde runtergrinsen...
Das Wildbienenhotel wird täglich auf den Kopf gestellt, so dass wohl in zehn Jahren noch in der Wildbienen-Szene erzählt wird, dass man diese eine Terrasse in Visp meiden sollte, falls man nicht schwindelfrei sei. Auch gut, so wird wenigstens niemand gestochen von den little gardeners...
Urban gardening funktioniert also - wenn man die young generation im Laufgitter anbindet oder ihren Drang nach Kreativität unterdrückt - oder - das Wässerlen halt jeden einzelnen Tag im Jahr erlaubt, nur, damit die Pflanzen rundherum einfach Ruhe haben und somit friedlich wachsen können!Wässerlen ist ja toll, aber manchmal ziemlich frisch und windig, mit kaltnassem T-Shirt am Bauch, brrr...
Und beim nächsten Hustenanfall um drei Uhr nachts überleg ich mir dann: Hustenanfall oder Peperoniblätter? Schnudernase oder unreifes Erdbeerli? Wir gärtnern weiter und schauen, was das Ernte-Dank-Fest im Herbst zu bieten hat. Vier hustende Kids oder fünf munzigkleine Erdbeerli und drei Aprikosen, eine Peperoni und zehn Tomätli, die wahrscheinlich schon gegessen sind, bevor the master gardener sie gesehen hat. Wer die Wahl hat, hat die Qual...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen