Als ich Kind war, war das grösste Fahrzeug, das ich regelmässig sah, das grünweisse mit orangem Schriftzug. Einmal in der Woche ging mein Mami nämlich ins Migrosauto. DAS war für mich ein Lastwagen! Und dann noch ein ganz toller, einer mit Gummibären drin - mit Betonung auf drin - die gab es natürlich nicht bei jedem Besuch! Schliesslich konnte meine Mama das Körbchen mit den Sachen nur bis zur Kasse, das zugleich der Fahrersitz war, per Fuss vorwärts befördern, danach war heimschleppen in zwei ledernen Einkaufstaschen angesagt. Eine links, eine rechts und beide sauschwer. Mir spielte das natürlich keine Rolle, denn der Einkauf im Migrosauto war jedes Mal eine runde Tratsch und Klatsch der Gääser Hausfrauen, man traf sich da quasi um News mit der Frau Nachbarin auszutauschen. Nun gut! Damit waren wir Kinder noch zufrieden, es gab Abwechslung ins Dorf und wir waren begeistert von diesem riesigen Fahrzeug! Das war, nebst dem Traktor des Nachbars, ja wirklich eine Attraktion!
Wir wohnen in Visp - darum ist es meinen Kindern gut bekannt, was
Schwerverkehr ist! Da donnern - oder müsste man fast schreiben tonnern -
jeden Tag gefühlte hundertausend Lastwagen durchs Dorf. Mitten durchs
Dorf, versteht sich! Oh, das gibt nebst der Lonzaluft eine frische Brise
von Giftstoffe in die Walliser Luft. Schön. Drum bin ich eigentlich ganz froh, gibt es das Migrosauto nicht mehr - meine Kinder könnte ich definitiv nicht damit locken, dass das Gefährt im Fall imposant ist! Die sind sich andere Kaliber gewohnt. Also hätte ich jedes Mal, wenn wir das besagte Migrosauto besuchen müssten, ein Affentheater meine Kids zu überzeugen! Und mit einem Säckli Gummibären lockt man die heutige Rasselbande auch nicht mehr zum Einkauf.
Aber ich hab das Phänomen locker-und-gerne-einkaufen-gehen-mit-Kids durchschaut! Man gönnt sich nach den Strapazen einfach ein Käfchen im Restaurant, den Kindern ein Weggli und dazu macht man mit jemandem ab zur Psychohygiene. Ich glaube meine Kinder verbinden Einkaufen nicht nur mit Einkaufswägeli und Bezahlen, sondern glauben ganz im Ernst, das Einkehren danach gehört mit dazu - quasi ab hundert Franken Einkauf gibts ein Kaffee gratis - oh, das müsste ich doch glatt der Migros als Idee mitteilen, dann würden meine Kinder in zwanzig Jahren in ihren Blogs schreiben, wie positiv sie das Einkaufen doch in Erinnerung hätten - so wie ich das Migrosauto aus der guten alten Zeit...
Schnatter, schnatter - nicht so wichtig, ein bisschen Blooscht und doch schnattern alle gerne, nicht?
Samstag, 9. Februar 2013
Montag, 4. Februar 2013
Glitter and glamour at home
Dank unserer Fasnachtsprinzessin haben wir von nun an richtiges Glamourfeeling hier! Nicht nur ihr rosarotes Prinzessinnengewand erinnert an Viktoria, Kate und Cinderella, sondern auch die Goldkrone mit den farbigen Diamanten glitzert uns seit letzter Woche schon am Zmorge entgegen. Seit der Papa ihr noch gelenkschonende Plastikstögelischuhe mit rosa Herzklunker geschenkt hat, klappert sie stolz hin und her, weniger wie ein Storch, mehr wie eine Gazelle! Oh, kann man soo stolz sein!? Da schmelzt nicht nur das Papaherz, sondern auch das der Mama! Und irgendwie sieht es echt kultig aus, wenn am TV der Petzi kommt und unsere little Kate mit Pyjama, Prinzessinnenrock und blutten Füssen in Stögelischuhen auf dem Sofa sitzt...
Und das Gute an dem Superkleid ist doch auch, dass nicht nur unsere Prinzessin etwas davon hat, nein! Auch wir können davon profitieren und geniessen nicht nur den Anblick der stolzierenden blaublütigen Grazie - wir haben von nun an in der ganzen Wohnung Glitzer verstreut, weil die tollen Herzchen am Kleid diesen in Massen abgeben! Oh, es sitzt sich königlich auf dem Glitzersofa, es fühlt sich nobel an, über Glitzerparkett zu gehen und es sieht sogar an uns Eltern edel aus, wenn die Jeanshosen vor Glitzer glamourhaft aussehen! Bei mir geht das ja noch als chic durch, aber was die Leute auf Papas Arbeit davon halten, das möcht ich lieber nicht wissen...
Und das Gute an dem Superkleid ist doch auch, dass nicht nur unsere Prinzessin etwas davon hat, nein! Auch wir können davon profitieren und geniessen nicht nur den Anblick der stolzierenden blaublütigen Grazie - wir haben von nun an in der ganzen Wohnung Glitzer verstreut, weil die tollen Herzchen am Kleid diesen in Massen abgeben! Oh, es sitzt sich königlich auf dem Glitzersofa, es fühlt sich nobel an, über Glitzerparkett zu gehen und es sieht sogar an uns Eltern edel aus, wenn die Jeanshosen vor Glitzer glamourhaft aussehen! Bei mir geht das ja noch als chic durch, aber was die Leute auf Papas Arbeit davon halten, das möcht ich lieber nicht wissen...
Freitag, 1. Februar 2013
Kleenex und andere Beschäftigungstherapieformen
Es ist ganz still, nur vom Schlafzimmer her höre ich ein leises ffft, ffft, ffft. Hm, denke ich mir noch, dieses Geräusch kenne ich doch! Es tönt nicht nach Nachttisch ausräumen, auch nicht nach auf dem Bett herum hüpfen oder nach Kissenschlacht. Es tönt irgendwie sehr ruhig, so, dass man nicht eingreifen muss, weil jeden Moment jemand mit dem Kopf auf dem Boden aufschlägt oder das eine Kind dem anderen die Augen auskratzt. Also zuwarten...
Und plötzlich weiss ich es wieder, ich habe ein deja-vue! Das Geräusch kenne ich! Ich renne los und sehe auf unserem Bett die Misere: gefühlte hunderttausend Kleenexnastücher liegen verstreut herum und das Kleinkind sitzt genüsslich vor der kleinen Box und lacht mich freundlich an, richtig Stolz auf ihre neueste Entdeckung! Wäre ich in meiner fussballerischen Laufbahn doch Goalie gewesen, geht es mir durch den Kopf - dann könnte ich einen technisch perfekten Hecht machen und mir die Kleenexbox krallen, bevor sie, ganz Ball im Gedächtnis, ins Netz ginge! Aber nein, ich muss um mindestens zwei Eckpfosten rennen, schlage mir das Schienbein auf - natürlich ohne Schienbeinschoner und gelange dann endlich zum Objekt der Begierde. Schnapp, nehm ich die Box und beginne, die weissen Dinger zusammen zu sammeln. Klar gefällt das meinerm kleinen Walliser Dickschädelti nicht und das zeigt sie mir ziemlich unverblümt mit lautstarkem Gebrüll! Nix da, meine Mamaherz wird nicht weich, meine Hausfrauennerven gewinnen den Kampf dagegen und die Kleenexbox bekommt ab sofort einen Platz in höheren Lagen.
Aber was mache ich jetzt mit den frischen Nastüechli? Ich meine, die sind ja noch quasi steril. Nein, also wegwerfen kann ich die nicht, in Anbetracht dessen, dass ich momentan ja ein wandelndes Ganzkörpernastuch bin, werden die feinsäuberlich aufbewart und verschnäutzt! Ha, die tu ich einfach wieder zurück in das Trückli! Gesagt, probiert und gescheitert. Wie um Himmels Willen bringt man soo viele Nastücher in eine soo kleine Box? Das ist mir ein Rätsel...
Und plötzlich weiss ich es wieder, ich habe ein deja-vue! Das Geräusch kenne ich! Ich renne los und sehe auf unserem Bett die Misere: gefühlte hunderttausend Kleenexnastücher liegen verstreut herum und das Kleinkind sitzt genüsslich vor der kleinen Box und lacht mich freundlich an, richtig Stolz auf ihre neueste Entdeckung! Wäre ich in meiner fussballerischen Laufbahn doch Goalie gewesen, geht es mir durch den Kopf - dann könnte ich einen technisch perfekten Hecht machen und mir die Kleenexbox krallen, bevor sie, ganz Ball im Gedächtnis, ins Netz ginge! Aber nein, ich muss um mindestens zwei Eckpfosten rennen, schlage mir das Schienbein auf - natürlich ohne Schienbeinschoner und gelange dann endlich zum Objekt der Begierde. Schnapp, nehm ich die Box und beginne, die weissen Dinger zusammen zu sammeln. Klar gefällt das meinerm kleinen Walliser Dickschädelti nicht und das zeigt sie mir ziemlich unverblümt mit lautstarkem Gebrüll! Nix da, meine Mamaherz wird nicht weich, meine Hausfrauennerven gewinnen den Kampf dagegen und die Kleenexbox bekommt ab sofort einen Platz in höheren Lagen.
Aber was mache ich jetzt mit den frischen Nastüechli? Ich meine, die sind ja noch quasi steril. Nein, also wegwerfen kann ich die nicht, in Anbetracht dessen, dass ich momentan ja ein wandelndes Ganzkörpernastuch bin, werden die feinsäuberlich aufbewart und verschnäutzt! Ha, die tu ich einfach wieder zurück in das Trückli! Gesagt, probiert und gescheitert. Wie um Himmels Willen bringt man soo viele Nastücher in eine soo kleine Box? Das ist mir ein Rätsel...
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