Wir stehen nachts auf, beruhigen Kinder, die Monster sehen und lassen uns am Samstag und Sonntag um halb sieben wecken. Wir suchen Lieblingsplüschtiere, waschen Lieblingsschmuddelplüschtiere und durchstöbern Läden, um Ersatzlieblingsplüschtiere zu finden. Wir kochen reichhaltig Zmittag, stecken es nebenbei ein, wenn der Zmittag nicht passt und füttern gleichzeitig Kleinkinder mit Zmittag, während wir unsern Zmittag kalt lassen werden. Wir baden unsere Kids, sind selber im heissen Badezimmer in Schweiss gebadet und putzen danach nebst Badewanne noch den ganzen Badezimmerboden. Wir gehen gefühlte 100x pro Woche in die Migros, kaufen Windeln, Farmer, gefühlte 100 Liter Milch und haben keine Zeit, am Schluss für uns noch die sieben Sächeli zu kaufen, weil der Wagen voll ist un wir genug haben von Geschäft. Wir richten Znünis, Zvieris und schauen gleichzeitig, dass darin noch zweidrei Vitaminli versteckt sind. Wir laufen Slalom in unserer Wohnung durch Spielzeugautölis, Legosteine und Puppenhausmöbel, fahren Schlepplift, sind aber schon eine gefühlte Ewigkeit keine Skipiste im Tempo mehr heruntergefahren. Wir pflanzen Erdbeeren, topfen Blümchen ein, aber ernten tun es andere, meist noch unreif und wir nehmen es zur Kenntnis und denken, jonudennhalt. Wir messen Fieber, wir waschen mitten in der Nacht Betten, wenn jemand das Becken nicht trifft und leben mit kranken Kindern in Zwiebel- und Pulmexduft. Wir schauen, dass die Kinder sauber angezogen sind, waschen wie Weltmeister und ziehen die Kindern von Neuem sauber an. Wir haben kaum Zeit für uns, sogar Toilettenbesuche werden mit Besuchern abgestattet und wir fangen tausend Dinge an und werden immer wieder davon weggelockt. Wir machen so vieles, aber wenig wird wahrgenommen, in der Gesellschaft zu wenig wertgeschätzt und erst in 30 Jahren merken ein paar wenige, wie wertvoll unsere Arbeit doch war. Diese wenigen sind heute bei uns zu Hause und haben uns herzige Muttertagsgeschenke gemacht. Voller Liebe und voller Herzblut. So wie wir es auch tun für sie - das ganze Jahr lang, Tag und Nacht. Ein Hoch auf uns Mamis!
Schnatter, schnatter - nicht so wichtig, ein bisschen Blooscht und doch schnattern alle gerne, nicht?
Sonntag, 14. Mai 2017
Freitag, 24. Februar 2017
Frauen und Fussball
"Ehrlich? Du spielsch Fuessball?!" - dass das immer noch solche "echt etz? krass? was denn? boah!"-Gesichter auslöst, find ich irgendwie amüsant. Ja! Fussball! Das, was sonst Männer tun und imfall Frauen auch schon ganz lange! Und das trotz vier Kids? Ja, imfall! Das geht! Schuhebinden kann ich gut und jemandem oder öppisem nachsecklen auch!
Und nein, liebe Männer im Ausgang, wir tauschen keine Leibchen nach den Matchs und ja, es sieht irgendwie anders aus als bei Männern, "weniger schnell, weisch!" Aber weisch was? Wen interessiert denn das noch im Jahre 2017 ob Frauenfussball gleich ist wie der von den Männern und ob das nur Kampfemanzen spielen und ob wir Leibchen tauschen und ob es toll wäre, mal als Mann mit einem Frauenteam zu duschen *sabber*? Es interessiert niemanden mehr - also sicher nicht uns Fussballerinnen. Alles Schwachsinn und soöppis vo verbi, die ewige Floskle... Vielleicht im Jahre 1992 war das noch kuul, solche Gespräche als Mann mit Fussballerinnen zu führen, aber nun bisch eifach numeno out mit so altbackenem Zeugs.
Ok, dass man vier Kinder hat und Fussball spielt ist vielleicht speziell - sollte es aber nicht mehr sein. Denn alle Männer mit Kindern spielen auch Fussball Und äbe! Omesecklä können wir Mamas, vorbeirennenden Personen den Weg abschneiden auch und auch Ballflugbahnen berechnen, weil die Küchenutensilien sonst zerscheppern täten. Ebenfalls liegt uns Müttern das Zusammenhalten (Teamgedanke, weisch) und sowieso etwas bis aufs Blut zu verteidigen und wenn nötig die Krallen auszufahren (s Goal verteidige, weisch). Alles Dinge, die beim Fussball hilfreich sind.
Drum liebe Mamas und logo auch Nichtmamas! Holt eure Fussballschuhe vom Dachstock runter, staubt sie ab, schnallt sie an und kommt go tschutte! Zeit, dass wir "Anfangszeitfussballerinnen" auch nach der aktiven Karriere wieder tschüttele können, mit Kinderfanclubs an der Seitenlinie - gründet Seniorinnen, Plauschgrüppchens und kommt in die Bergdorfmeisterschaft im Wallis go tschutte - wir suchen noch ein paar kuule fussballbegeisterte "Kampfemanzen, die am Schluss vom Spiel ihre Leibchen tauschen wollen *augenroll* ... höhöhö! Wenndweischwienimeineundwenndweischwieironischdasibi!
Und nein, liebe Männer im Ausgang, wir tauschen keine Leibchen nach den Matchs und ja, es sieht irgendwie anders aus als bei Männern, "weniger schnell, weisch!" Aber weisch was? Wen interessiert denn das noch im Jahre 2017 ob Frauenfussball gleich ist wie der von den Männern und ob das nur Kampfemanzen spielen und ob wir Leibchen tauschen und ob es toll wäre, mal als Mann mit einem Frauenteam zu duschen *sabber*? Es interessiert niemanden mehr - also sicher nicht uns Fussballerinnen. Alles Schwachsinn und soöppis vo verbi, die ewige Floskle... Vielleicht im Jahre 1992 war das noch kuul, solche Gespräche als Mann mit Fussballerinnen zu führen, aber nun bisch eifach numeno out mit so altbackenem Zeugs.
Ok, dass man vier Kinder hat und Fussball spielt ist vielleicht speziell - sollte es aber nicht mehr sein. Denn alle Männer mit Kindern spielen auch Fussball Und äbe! Omesecklä können wir Mamas, vorbeirennenden Personen den Weg abschneiden auch und auch Ballflugbahnen berechnen, weil die Küchenutensilien sonst zerscheppern täten. Ebenfalls liegt uns Müttern das Zusammenhalten (Teamgedanke, weisch) und sowieso etwas bis aufs Blut zu verteidigen und wenn nötig die Krallen auszufahren (s Goal verteidige, weisch). Alles Dinge, die beim Fussball hilfreich sind.
Drum liebe Mamas und logo auch Nichtmamas! Holt eure Fussballschuhe vom Dachstock runter, staubt sie ab, schnallt sie an und kommt go tschutte! Zeit, dass wir "Anfangszeitfussballerinnen" auch nach der aktiven Karriere wieder tschüttele können, mit Kinderfanclubs an der Seitenlinie - gründet Seniorinnen, Plauschgrüppchens und kommt in die Bergdorfmeisterschaft im Wallis go tschutte - wir suchen noch ein paar kuule fussballbegeisterte "Kampfemanzen, die am Schluss vom Spiel ihre Leibchen tauschen wollen *augenroll* ... höhöhö! Wenndweischwienimeineundwenndweischwieironischdasibi!
Dienstag, 24. Januar 2017
Skiwoche oder prämenstruell?
Liebe Mamas aus Visp
Dies hier ist eine Ode an euch. Dass ihr es packt, diese Skiwoche zu managen und bei guter Laune zu bleiben, dreimal durchzuatmen, wenn ihr Zeit habt und daran zu denken, dass es allen gleich geht. Stressige Woche für die Mama, aber am Abend von der Sonne, der frischen Höhenluft dann aber doch müde und ausgepowerte Kids.
Dass ihr es aber auch schafft, ohne dass eurer Kindergartenkind meint, ihr seid ausgewandert, weil es vor verschlossener Türe steht, während ihr eure Schulkinder zum Bahnhof mamataxidienstlet.
Dass ihr es schafft, um 10.45 Uhr sowas Feines zu kochen, dass die Kinder es herunterschletzen und nicht bemerken, dass diese Zeit am Wochenende ja eigentlich zur Kategorie Zmorgezeit gehört. In Frage kommen: Fertiglasagne (bitte um 9 Uhr den Ofen nicht vergessen einzuheizen), Nüdeli mit Riibchäs (geht schnell und ist beliebt und falls der Ofen vergessen wurde, einzuheizen), Wienerli mit einem halben Teller Ketchup und Senf (das Ketchup ist der Schnellzuckerlieferant in dieser Woche schlechthin). Vergessen kannst du Gemüse und sonstige Vitaminbomben, die um 10.45 Uhr niemand essen mag.
Dann gratuliere ich dir, wenn du am Bahnhof das Mama-Taxi-Chaos ohne Schreianfall oder Wutausbruch überstehst. Denk daran, im Auto fahren eventuell Nachbarskinder mit (ja genau, nur wenn du ein Siebenplätzer hast, sonst wird es schwierig mit der Sitzlipflicht) und die rätschen dann der Mama daheim, dass die Mutti, mit welcher sie heute gefahren sind, imfall Fluchwörter kann, die darf man nicht mal denken. Denk an die andern Mamas in den anderen Autos - die sind auch genervt und im Stress und die sind eigentlich im normalen Leben ganz nett, nur wissen sie beim besten Willen auch nicht, wohin parkieren und die Kinder rauslassen mit Skischuhen, Skistöcken und Skiern... Die. Sind. Sonst. Wirklich. Nett. Nur diese Woche könnte man eventuell meinen, alle seinen prämenstruell. Aber es ist nur Skiwoche!
Dem Polizisten, der da am Bahnhof steht und selten auf einmal so viele junge Frauen sieht, winkst du am besten freundlich zu und machst dich dann aus dem Staub (du siehst ihn nämlich noch vier- bis siebenmal und dann muss man Leute bei Laune behalten und auf keinen Fall vergraulen!).
Zudem schau, dass du schon eingekauft hast für die ganze Woche, sonst kommst du in Stress - deine Kinder kommen um 10.15 Uhr von der Schule. Wenn du nicht da bist, dann fressen sie sich quer durch den Süssigkeitenkasten und dann kannst du sogar die Lasagne vergessen. Variante wäre LeShop oder fasten. Vergesse aber im ganzen Helm-, Skisocken-, Proviant für unterwegs-Chaos nicht deine restliche Familie. Deinen Göttergatten (mit welchem du diese Woche liebendgerne tauschen würdest und ihn beneidest um seine Arbeit ohne Taxidienst und Kochmarathon). Der kommt nach 12 Uhr - quasi zeitgleich mit dir - heim und hat Kohldampf! Jawohl, Kohldampf. Stell ihm besser nicht die abgekühlten halbvollen Kinderteller hin, das kommt nicht so gut an. Er will Zmittag und kein angetrocknetes Ketchup. Und zwar mit Vitamingemüsefleischundallemdrumunddran. Nur, liebe Visper-Mama - wie bewerkstelligst du das am Besten? Variante eins ist: kauf ihm ein Wochenabo vom McDonalds, schick ihn zum MisterKebab oder programmiere deinen Steamer, deinen Backofen, deine Schwiegermama, Oma oder Nachbarin Hilde oder wasweissich. Nur, lass dir einfach was einfallen! Sei kreativ! Sei mutig! Sei vor allem eine gute Mutter und Hausfrau und vergess dich selber diese Woche am besten komplett - oder mach es wie ich und geniesse die Ruhe vor dem Sturm - jetzt! Um halb neun in Visp!
Liebe Visper-Mamas! Denkt an mich und denkt an uns alle - es geht uns allen gleich!
Dies hier ist eine Ode an euch. Dass ihr es packt, diese Skiwoche zu managen und bei guter Laune zu bleiben, dreimal durchzuatmen, wenn ihr Zeit habt und daran zu denken, dass es allen gleich geht. Stressige Woche für die Mama, aber am Abend von der Sonne, der frischen Höhenluft dann aber doch müde und ausgepowerte Kids.
Dass ihr es aber auch schafft, ohne dass eurer Kindergartenkind meint, ihr seid ausgewandert, weil es vor verschlossener Türe steht, während ihr eure Schulkinder zum Bahnhof mamataxidienstlet.
Dass ihr es schafft, um 10.45 Uhr sowas Feines zu kochen, dass die Kinder es herunterschletzen und nicht bemerken, dass diese Zeit am Wochenende ja eigentlich zur Kategorie Zmorgezeit gehört. In Frage kommen: Fertiglasagne (bitte um 9 Uhr den Ofen nicht vergessen einzuheizen), Nüdeli mit Riibchäs (geht schnell und ist beliebt und falls der Ofen vergessen wurde, einzuheizen), Wienerli mit einem halben Teller Ketchup und Senf (das Ketchup ist der Schnellzuckerlieferant in dieser Woche schlechthin). Vergessen kannst du Gemüse und sonstige Vitaminbomben, die um 10.45 Uhr niemand essen mag.
Dann gratuliere ich dir, wenn du am Bahnhof das Mama-Taxi-Chaos ohne Schreianfall oder Wutausbruch überstehst. Denk daran, im Auto fahren eventuell Nachbarskinder mit (ja genau, nur wenn du ein Siebenplätzer hast, sonst wird es schwierig mit der Sitzlipflicht) und die rätschen dann der Mama daheim, dass die Mutti, mit welcher sie heute gefahren sind, imfall Fluchwörter kann, die darf man nicht mal denken. Denk an die andern Mamas in den anderen Autos - die sind auch genervt und im Stress und die sind eigentlich im normalen Leben ganz nett, nur wissen sie beim besten Willen auch nicht, wohin parkieren und die Kinder rauslassen mit Skischuhen, Skistöcken und Skiern... Die. Sind. Sonst. Wirklich. Nett. Nur diese Woche könnte man eventuell meinen, alle seinen prämenstruell. Aber es ist nur Skiwoche!
Dem Polizisten, der da am Bahnhof steht und selten auf einmal so viele junge Frauen sieht, winkst du am besten freundlich zu und machst dich dann aus dem Staub (du siehst ihn nämlich noch vier- bis siebenmal und dann muss man Leute bei Laune behalten und auf keinen Fall vergraulen!).
Zudem schau, dass du schon eingekauft hast für die ganze Woche, sonst kommst du in Stress - deine Kinder kommen um 10.15 Uhr von der Schule. Wenn du nicht da bist, dann fressen sie sich quer durch den Süssigkeitenkasten und dann kannst du sogar die Lasagne vergessen. Variante wäre LeShop oder fasten. Vergesse aber im ganzen Helm-, Skisocken-, Proviant für unterwegs-Chaos nicht deine restliche Familie. Deinen Göttergatten (mit welchem du diese Woche liebendgerne tauschen würdest und ihn beneidest um seine Arbeit ohne Taxidienst und Kochmarathon). Der kommt nach 12 Uhr - quasi zeitgleich mit dir - heim und hat Kohldampf! Jawohl, Kohldampf. Stell ihm besser nicht die abgekühlten halbvollen Kinderteller hin, das kommt nicht so gut an. Er will Zmittag und kein angetrocknetes Ketchup. Und zwar mit Vitamingemüsefleischundallemdrumunddran. Nur, liebe Visper-Mama - wie bewerkstelligst du das am Besten? Variante eins ist: kauf ihm ein Wochenabo vom McDonalds, schick ihn zum MisterKebab oder programmiere deinen Steamer, deinen Backofen, deine Schwiegermama, Oma oder Nachbarin Hilde oder wasweissich. Nur, lass dir einfach was einfallen! Sei kreativ! Sei mutig! Sei vor allem eine gute Mutter und Hausfrau und vergess dich selber diese Woche am besten komplett - oder mach es wie ich und geniesse die Ruhe vor dem Sturm - jetzt! Um halb neun in Visp!
Liebe Visper-Mamas! Denkt an mich und denkt an uns alle - es geht uns allen gleich!
Mittwoch, 7. Dezember 2016
Samichlaus. ojeminee...
Samichlaus, ojeminee,
etz hani gad mit Schreckä gseh,
dass i din Tag verpasst ha,
do getz kä Sorry - basta!
Hett mi söle ade Nase neh,
und of em Natel s Datum gseh,
denn wär mer da etz nöd passiert,
und weder du no i verwirrt!
Sicher häsch gwartet wie verrockt,
bis mis Spröchi dini Bude rockt.
Anderi hend au gueti Spröchli gwösst,
und hend di sogär of d Bagge küsst.
Zom Glück bisch fäng öberall - e Woche lang,
mit Last-Christmas-Lutsprecher-Gsang,
begleitet ide Läde und of de Gass,
häsch echt du so no de Gspass?
Me cha go wommer will,
der, Chlaus werts glob nöd gad zvill,
Geduldig hocksch im Lade dei,
und Gofe hocked der of d Bei.
Is Turne chunnsch und au id Schuel,
öberall häts för di en Stuehl.
Nor, Chlaus, säg mer wa söli mache,
wenn d Gofe fröget derig Sache
wie "wieso gseht er hüt denn anderscht us
als gescht woner hä isch cho is Hus?
Hüt hät er au en andere Huet,
und gseh tuet er hüt au nöd guet?
E Brille hät er sletscht mol ka,
wa hät er denn för Stiefel a?"
Im Turne, ide Schuel und of de Strosse,
d Gofe merked alli Nuance
I säg de Gofe: "Isch doch klar,
er hät vo allem halt e paar,
Brille, Chappe, Mantel, Schueh!"
Denn gebets ämel wieder Rueh.
Mittwoch, 6. Juli 2016
Wenn einer eine Reise tut...
Sommerzeit ist Ferienzeit. Das heisst, Familie verreist, Mama studiert seit zwei Wochen um mitzunehmendes Material herum, rennt durch die Migros um Windelvorräte zu ergattern, kauft einen Kanister Sonnencreme, gräbt sich durch die Reiseapotheke, schaut Wettervorhersagen an, probiert Kinderbadehosen an Kindern aus und fühlt sich manchmal, als wären die ihren ebenfalls Kinderbadehosen nach all den Schwangerschaften... Sie zalandölet noch schnell neue Bikinis und Flipflops, h&mlet noch neue Shirts und für Coiffeur und sonstige Aktionen reicht die Zeit nun leider nicht mehr aus. Jä nu! Man hat im ewigen Pool- und Meerwasser ja eh eine Frisur wie frisch aus dem Bett und es ist mir ja so was von Schnurz... Isch jo Feri und kennt mi jo niemert! Denkt man - und man hofft es irgendwie auch...
Auf jeden Fall kümmert sich Mutti um eine Tasche voll Esswaren mit all den Spezialdingern für Babybub und Kinderleins und dazwischen steht auch mal das Salz oder es steht eben nicht in der Tasche und danach am Ferienort denkt man wehmütig daran, wie es im Küchenkasten weint und ans Türchen pöpperlet mit seinem Salzfingerchen, weil es nicht mitdurfte, das Aromat zum Beispiel auch, oder die Geschirrspültabs...
Nicht nur diese gehen jeweils vergessen. Nein! Mama denkt an all die kleinen Dinge der Kids, wie Plüschtier-zum-Schlafen, Lieblingsröckli und Shirt für krasse Jungs. Haargümmeli, Haarspängeli, Haarbürste und Zahnbürsten und entsprechende Zahnpasta für jedes Kindesalter. Ja, auch die Schuhe sind alle feinsäuberlich eingeschichtet im Schuhsack und man denkt sich, jawoll, nun hab ich alle sieben Taschen gepackt, haut sich aufs Sofa und ist stolz, bis man ins Bett möchte und erkennt, man hat für sich selber noch gar nichts gepackt. Och nee! Mach ich dann morgen... Und so packe ich jedes Mal meine sieben Sachen kurz vor der Abfahrt noch ein. Geht ja ratzfatz. Ich weiss ja fängs was mit muss!
...und kaum im Auto sitzend und fahrend fällt es mir wie Schuppen von den Augen... Deo? Shit! Zanbürste? Shit!! Schuhe für Schlechtwetter? Au nei! Handcreme? Ups!
Halsketten, Ohrringe, Schminke, was Chices zum Anziehen? ...die säbe Zyte sind scho lang verbi...
Montag, 30. Mai 2016
Urban gardening
Wir sind ja sowas von hipp! Wir sind nämlich urban gardeners. Vor ein paar Jahren meinte ich noch, ich pflanze auf der Terrasse Tomätchen an und habe Blümchen in Töpfen, aber nun heisst das urban gardening. Das funktioniert. Ehrlich. Ganz gut so. Braucht viel Wasser, aber hat den Vorteil, dass man nicht von einer Invasion blutter Schnecken überrannt wird und die Ernte darum ziemlich gut daher kommt! Die Blätter grünen ganz gut, ausser, der grosse Sohn will noch was für die Fauna tun und schleusst irgendwelche Blattläuse oder Raupen ein. Ja, wir sind erfolgreich! Der kleinste der junior urban garden generation hilft den Pflanzen sogar beim Wachsen, indem er an ihnen zieht - sprich, er frisiert alle Pflanzen zu Bonsais und pflückt die Erdbeeren schon grün ab - zum Glück sind die Aprikosen am Baum hoch oben und die Äste noch so zart, dass man nicht hochklettern kann. Sonst wäre er bestimmt schon auf dem Baum am sitzen und würde runtergrinsen...
Das Wildbienenhotel wird täglich auf den Kopf gestellt, so dass wohl in zehn Jahren noch in der Wildbienen-Szene erzählt wird, dass man diese eine Terrasse in Visp meiden sollte, falls man nicht schwindelfrei sei. Auch gut, so wird wenigstens niemand gestochen von den little gardeners...
Urban gardening funktioniert also - wenn man die young generation im Laufgitter anbindet oder ihren Drang nach Kreativität unterdrückt - oder - das Wässerlen halt jeden einzelnen Tag im Jahr erlaubt, nur, damit die Pflanzen rundherum einfach Ruhe haben und somit friedlich wachsen können!Wässerlen ist ja toll, aber manchmal ziemlich frisch und windig, mit kaltnassem T-Shirt am Bauch, brrr...
Und beim nächsten Hustenanfall um drei Uhr nachts überleg ich mir dann: Hustenanfall oder Peperoniblätter? Schnudernase oder unreifes Erdbeerli? Wir gärtnern weiter und schauen, was das Ernte-Dank-Fest im Herbst zu bieten hat. Vier hustende Kids oder fünf munzigkleine Erdbeerli und drei Aprikosen, eine Peperoni und zehn Tomätli, die wahrscheinlich schon gegessen sind, bevor the master gardener sie gesehen hat. Wer die Wahl hat, hat die Qual...
Mittwoch, 30. März 2016
Landei and the City oder Landei in the City
Lange dachte ich, ja, ich wohne zwar auf dem Land, aber ein Landei bin ich deswegen noch lange nicht! Ich getrau micht in Städte, bin weltoffen und Leute mit verrissenen Jeans und Dreadlocks machen mir keine Angst. Dachte ich lange! Landeier - nö, das sind andere...
So stieg ich heute in Zürich aus dem Zug, zusammen mit meiner vierjährigen Tochter um ihre grössere Schwester von den Ferien abzuholen. Durchmesserlinie! Das hat mir mein Papi erklärt, da kann man nun also im Sackbahnhof gerade aus weiterfahren. Macht Sinn! Natürlich nicht im Sack, den man sieht, das ist alles unterirdisch und erinnert einen ein bisschen an U-Bahnen, London, Wien oder US-Fernsehserien. Wir stiegen also aus, voll bewusst, dass wir also in der Durchmesserlinie gelandet sind und nahmen die Rolltreppe um ans Tageslicht zu gelangen. Aber hoppla! Da kam ja dann nochmals eine Etage, Shopville schoss mir durch den Kopf, aber die Shops sind irgendwie auf die Schnelle nicht in Sicht. Ich fühlte mich ein bisschen wie in einem Bahnhof, in dem ich noch nie vorher war und so standen wir zwei da und schauten links und rechts, fast wie am Fussgängerstreifen und Leute eilten an uns vorbei, fast wie Autos. Hä, dachte ich, müssen wir nun rechts oder links, Sihlquai oder wasweissich oder doch Gleis 5 oder 6? Und wo bitte ist der Treffpunkt, der beim Niki de Saint-Phalle-Engel, für alle, die weltoffen sind und was von Kunst verstehen, der mir vertraute weisch, der in der grossen Halle? Nur, wo um himmels-richtungs-willen ist diese Halle, wenn man unten steht und nichts sieht? Schnell machten wir uns auf die Socken, es sollte ja nicht so aussehen, als wären wir noch nie z Züri gsi! Schliesslich und endlich hat man dort Fussballmatchs besucht, glädälät, Konzerte und Ausstellungen angeschaut. So landeiiig ist doch das nun auch wieder nicht! Zuerst liefen wir rechts, dann doch links und dann husch ans Tageslicht. Der Letten! Ha! Ein Anhaltspunkt! Und so fanden wir dann zum Treffpunkt um das heimwehgeplagte Töchterli zu empfangen.
"I mues go bislääää, Mami", kein Problem für mich! Ich kenn mich aus! Runter und ab zum teuren WC, das so clean ist, dass es uns Schweizern warm wird ums Herz. Die Rolltreppe runter, doch hä, wo ist das WC? Das, wo ein Föfzgerli bei weiterm nicht reicht...? Wir laufen links, dann rechts und finden es dann doch. Das Pissoir! Mist! Und wo ist das für die Frauen? Aha! Irgendwie hab ich das alles spiegelverkehrt in Erinnerung - bestimmt neu gemacht wegen der Durchmesserlinie, denke ich, dass ich nicht so als Landei das nie in Zürich ist, dastehe... Als wir fertig sind mit bislä kommt dann tatsächlich eine junge Frau und fragt uns, wo denn das normale WC ist! Juhui! Die denkt bestimmt, so urban wie wir aussehen, sind wir sicher Städter! Nein, Zürcher nicht! Das wollen wir ja gar nicht sein. Aber so ein bisschen hipp wär doch noch kuul! Ich oute mich als Landei und sie scheint erleichtert zu sein, dass noch mehr Banausen unterwegs sind - ich imfall auch!
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