Wie ich als ehemalige Fussballtrainerin die Eltern so erlebt hab, möchte ich euch kurz schildern. Vielleicht erkennt ihr euch ja irgend in einer Sparte selber wieder...
Kategorie A: Die Nie-Dabei-Sein-er:
Diese Eltern kommen nie an ein Spiel, man weiss nur vom Hörensagen, dass es sie gibt und dass das Kind nicht als Pippi Langstrumpf alleine irgendwo in einer Villa Kunterbunt lebt. Sie finden den Sport entweder unpassend oder Vereinsleben im Allgemeinen. Vielleicht fänden sie Cello spielen toller für ihr Kind oder finden, Harve und Fussball verträgt sich schlecht...?
Kategorie B: Die Gelegentlichen Da-Sein-er:
Sie kommen, wenn sie Zeit haben, waschen auch gerne mal das Trikot oder fahren an ein Auswärtsspiel. Vielleicht haben sie einfach noch andere Kinder, denen sie auch gerecht werden müssen. Was ich als Trainerin natürlich verstanden hab, aber immer fand, man könnte unseren Verein doch vorziehen, weil der FC Bühler einfach de Geilscht Verein ever ist! Nun als selber Mama, sehe ich es etwas objektiver und weiss, dass es nicht einfach ist, immer überall sein zu können, solange wir in der Klon-Forschung noch nicht weiter sind...
Kategorie C: Die Immer-Kommer:
Sie kommen an jedes Spiel, sind Notnagel für jedes ausgefallene Auto und würden noch an jedem Heimmatch den Kuchenstand betreuen oder auch die WC-Tour übernehmen. Mustereltern in den Augen einer Trainerin!
Kategorie D: Die eher Ruhigen am Spielfeldrand:
Sie sind dabei, tragen Wasserflaschen, binden Schuhe und verhalten sich angenehm am Spielfeldrand und überlassen der Trainerin das Wort. Sie geben dem Kind Rückmeldung oder auch nicht und danken den Trainern am Schluss sogar noch für den Einsatz. Sie gehen gerne einher mit der Kategorie C.
Kategorie E: Die überambitionierten Möchtegern-Petkovics:
Sie rufen ununterbrochen ins Spiel, feuern ihr Kind etwas zu laut an und wissen gerne und gut, wo man wen auf welcher Position spielen lassen sollte und wollen wissen, wieso man es nicht tut und warum welche Auswechslung wieso stattfand. Sie vergessen, dass es um Spass geht und Leute das ehrenamtlich machen. Sie könnten den Grund dafür sein, dass es dem einen oder andern ablöscht oder warum Schiris fast Personenschutz brauchen.
Und so gehen wir mittlerweile nicht mehr als Trainer, sondern als Eltern an die Matchs, unterstützen unser Kind und haben immer im Hinterkopf, dass es hier nicht um das Kompensieren irgendeiner eigenen verpassten Karriere geht, sondern darum, dass unsere Kinder de Gspass haben und ihre Freizeit sinnvoll verbringen.
Und darum ist das hier eine Ode an alle ehrenamtlichen Trainer der Schweiz, die jede Woche ihre freie Zeit opfern und dabei keinen Rappen kassieren. Danke für eure Arbeit! Und liebe Miteltern denkt daran, sie machen es freiwillig und pfeifen auf Besserwisser und Klugscheisser, hingegen brauchen sie uns als Unterstützung bei Taxifahrten, Kuchen backen, Trikot waschen und vor allem als Eltern, die es schätzen, dass sich jemand Zeit nimmt für unsere Kinder! Merci - ich habe fertig!