Als Kind hatte ich einen Seesack für meine Ferienklamotten und durfte mein Lieblingsplüschi "Mugi" mit in den VW-Golf packen, wo obenauf die zwei Zelte und fünf Luftmatratzen, inklusive Klappstühle und Campingtisch beladen wurden. Im Seesack war ratzfatz alles drin, mein einziges Badekleid, die Shorts, T-Shirts und der blaue Adidastrainer für kalte Nächte. Gäbig! Und so setzten wir drei Kinder uns am Morgen in den Golf, sprich quetschten, und warteten bis Mami und Papi eeendl...ich auch bereit waren. Kopfschüttelnd fanden wir es witzig, dass wir im Nachbarsdorf wieder umdrehen mussten, weil die Haustüre noch sperangelweit offen stand daheim oder sonst was fehlte. Ha! Das sowas passiert, dachte ich mir zwischen grossem Bruder und grosser Schwester sitzend mit Mugi in der Hand. Sowasaberauch!
Später hatte ich einen Tramper, wo auch alles darin Platz hatte und obenauf war der Schlafsack gebunden. Praktisch und schnell gepackt. Irgendwann kam die Phase "Rollköfferliferien", auch dieses hatte ich tifig gepackt, Jupe, Trägerliibli, Badkleid rein und los, ab auf den Zug. Packen war bis dahin eine Sache von einer Stunde! Bis dahin... Doch dann kamen meine Kinder zur Welt. Nun packe ich neben meinen fünf Kleidungsstücken noch eine megagigagrosse Badetasche mit tausend Tüechli, fünfzig Bademäntelchen, 10 Flügeli, 80 Tauchgegenständen und sechs verschiedenen Sonnencremes für alle Hauttypen der Welt. Zudem warten drei Rollköffer, die zwar alleine von den Kindern "gepackt" werden nach Listen, aber die Mama kontrollieren muss, ob das knallorange T-Shirt dann auch zu den hellblauen Leggins passt und ob nicht doch besser die schwarzen Leggins die Ferien in Bella Italia mit Glace- und Pizzaflecken überstehen. Dann kommt die Reiseapotheke (hä, wa genau meinsch, du Bünzli? hätte mir die 20-jährige Fabienne wohl gesagt) mit Sälbeli für alle aufgeschlagenen Knie, Mittelchen für alle Beschwerden im ganzen Magen-Darm-Trakt und Kügelchen, mit welchen man locker drei Kuchen backen könnte... Nicht zu vergessen die "Küche"! Eine Migrostasche voll "Küche" muss noch mit mit Müesli nach jedem Gusto, Ovi, die wirklich Ovi ist und Salz und Pfeffer und Farmer und Crackers und und und. Hab ich was vergessen? Oh ja! Mindestens die restlichen fünfzig Dinge, die dann am Ende mir persönlich fehlen werden. Weil es bis dahin einfach nicht mehr reicht, auch an mich selber zu denken. Und so kommt Mutti dann und wann zu neuen Schuhen, schönen Sonnenbrillen und besitzt Deos und Haarsprays aus aller Herren Länder! Und das ganz ohni dass si imfall hät wöle! Packen ist heutzutage zwar nicht mehr eine Stundenangelegenheit, dafür rechtfertigt es aber das Ferienshopping alleweil und niemand kann was dagegen sagen!
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