Samstag, 25. Januar 2014

Meine neuen Ski

Früher, als man noch 2m-Skier fuhr, nix tailliert war und Stöckli nicht Kult, sondern einfach alte Ski, die meine Cousins schon fuhren, da achtete man sich noch pinggelig genau darauf, dass die Ski keinen weiteren Kratz bekamen. Man tötete beim Anstehen am Bügellift jeden mit dem Blick, der einem mit seinem Stock unsachte auf den hinteren Teil des Skis abstützte. Oder man achtete sich darauf - aus Angst vor solchen Blicken - dass man dem Vordermann nicht mit den eigenen Latten auf dessen unzerkratzte Ski fuhr. Ebenso um zu vermeiden, dass man sich selber am Belag einen weiteren Hick einfuhr. Oh ja, damals hatten wir es noch im Griff! Und das alles mit 2m mindestens unter den Füssen! Und als die alten Stöckli-Ski von den neuen Rossignol abgelöst wurden, die ersten, die wirklich-wirklich neu aus dem Geschäft und nicht von Bruder, Schwester oder Verwandtschaft war, trug man erst Recht Sorge dazu!

Umso mehr freute ich mich vor drei Jahren wie ein kleines Kind ab meiner neuen Skiausrüstung! Meine ersten taillierten Ski (vorher nahm ich immer die von Mami, damit ich nicht als Neandertaler durchging mit dem 2m-untaillierten-Rossignol-Oldtimermodell). Hach, so kuul! Weisse Hausfrauenskili mit schickem geschwungenen Schriftzug - so geschwungen, wie ich keine Kurve auf der Piste hinkrieg. Aber egal! Die Schuhe dazu passend, ultraflauschig im Innenbereich - einfach zum Stolz darauf sein. Denen geb ich Sorg! Die müssen nun ein paar Jahre halten! Und überhaupt - solch ein supi Frauenmodell hatte ich bis anhin ja nicht! Also war ich bei der Jungfernfahrt wieder mit Tötungsblick unterwegs, damit mir kein Pflock einen Kratz macht mit dem Stock! Und auch die darauf folgenden Fahrten und Skitage gingen kratztechnisch erfolgreich über die Bühne, äh Piste!

...bis dahin wusste ich noch nicht, wie es ist, wenn man mit zwei kleinen Kindern auf die Piste geht... sonst hätte ich mir wieder meine alten Rossignol montiert! Plötzlich ist es nicht mehr wichtig, ob die eigenen Skier zerkratzt sind, weil nun zählt nur noch, heil die Piste runter zu kommen, den Steilhang zu meistern mit einem quengelden und weinenden Kind, das die Technik "rutscherlen" noch nicht beherrscht. Die Technik wäre ja lernbar, denkt sich die Mama und übt das flott, bis das Kind den Garaus hat und der Mutti flott im Stemmbogen über die neuen schicken Skier brettert! Auuuuutsch! Einmal? Einmal ist gut!

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