Von meiner Tasche in Grösse eines Überseekoffers hab ich ja schon geschrieben. Die ist riiiesig und man braucht dafür beinahe einen Kompass oder eine Landkarte, damit man sich darin nicht verirrt! Schlimm wäre das natürlich nicht, denn eine Siggflasche mit Gammelwasser fänd man darin bestimmt oder auch ein paar bereits angesaugte Crackers. Also kann man sich den Kompass getrost sparen - verhungern und verdursten tät man darin nämlich nicht!
Beim Einpacken lieb ich die Tasche! Hach, was darin alles Platz hat - Ersatzkleider für jedes Kind, Siggflaschen für jedes Familienmitglied im Lieblingsdesign, Windeln für eine Woche, Feuchttüchlein in der Maxiausführung und die Mamasonnenbrille, das Hightechsmartphone und natürlich den Autoschlüssel. Den versorg ich aber nicht, weil wir ja ausser Haus grad wieder ins Auto steigen und davon düsen. Gäbig - so eine Tasche, echt!
Der Ausflug dauert, wie auch schon beschrieben, nur zwei oder drei Stunden, danach gehts wieder heimwärts, aber zuerst zurück zum Auto. Wären wir nämlich länger unterwegs, bräuchte ich den Tramperrucksack... Also alle vor dem Auto: alle sind müde, die Flaschen diesmal trotz Optimistenblut ganzleer und die angesaugten Notcrackers auch schon verspachtelt. Die Rasselbande steht vor dem Auto, die anderthalbjährige Ausbrecherkönigin ist sicher im Schwitzkasten, nun einen kurzen Griff in die Tasche und den Schlüssel sicherstellen. Aber ohalätz - weit gefehlt. Oder besser gesagt: weit im Griff verfehlt! Ist er nun unterhalb der Windel versteckt? Oder hinter der Siggflasche mit dem Hello Kitty drauf? Oder hab ich ihn doch clevererweise ins kleine Nebenfach verstaut? Natürlich nicht! Aha, in diesem Fall könnte er zwischen Feuchttüchern und der Reiswaffelbrosmete sein - jupi, ich spür da was! Genial! Aber leider ist auch das ein Fehlgriff, das Erfühlte entpuppt sich als Sackmesser. Das Sackmesser, wir ehemaligen MacGyver-Fans wissen, das hat man immer dabei, es ersetzt den Kompass in der Handtasche und gibt anstelle diesem ein bisschen Survivalgefühl - kann ja eben nicht schaden in so einer Tasche, wo man Gefahr läuft, den Ausweg nicht mehr zu finden!
Zwangsläufig muss ich das Kleinkind aus dem Schwitzkasten lösen, weil ich meine zweite Hand brauche bei der Suche. Oh mann, wenn das nur gut geht. In Windeseile suche ich nach dem Schlüssel, während sich der kleine Walter Stürm noch viel windeseiliger aus dem Staub macht... Glücklicherweise finde ich den Schlüssel, fange die Ausbrecherkönigin wieder ein, verlade die Kinder im Auto und bin bachnass, aber gottenfroh, dass alle festgegurtet auf ihren Sitzen hocken! Und ich schwör mir, das nächste Mal versorg ich den verflixten Schlüssel im kleinen Seitenfächli! Hoffentlich weiss ich das dann noch, wenn wir aussteigen und Walterli sich schon wieder davon macht...
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